Gewalt fängt nicht erst an , wenn jemand Schmerzen hat.

Die nachfolgenden Zeilen entsprechen eher meinem sehr chaotischen Gedankenfluss – weil es raus musste. Es ist nicht alles sortiert und es wird sicher nochmal einen weiteren, strukturierteren Artikel zum Thema geben.

Ich glaube jeder kennt es schon – das Video von BBC , wo der Vater ein Interview gibt, seine Kinder in das Büro kommen, seine Frau wie ein Ninja hereingeschliddert kommt und die Kinder aus dem Zimmer zerrt und auf allen Vieren die Tür schließt.

Mega unangenehm für die Eltern – ich habe Verständnis dafür, dass sie ziemlich gestresst und vielleicht auch panisch gehandelt haben. Es steht wahrscheinlich eine Menge Geld und der gesamte Job auf dem Spiel, falls was schief geht.

Doch trotz allem kann ich nur zum Teil über das Video lachen. Denn ich finde die Handlung dermaßen übergriffig und gewaltvoll – und ich sehe es fast über all. Im Supermarkt, im Freizeitpark.

Hier und da werden Kinder am Arm gepackt und irgendwohin gezerrt.

Auf Facebook gab es dazu eine Riesen Diskussion.

„Gewalt? Meine Güte, da hat wohl jemand keinen Humor. Die Kinder werden das sicher auch irgendwann lustig finden. „

Verherrlichung von Gewalt. Weil die gewaltvolle Handlung (packen des Arms , etc.) gar nicht erkannt wird.

Wenn ein Mann eine Frau am Arm packen würde und dann noch mit genervt, aggressiven Ton sagen würde „Boar, komm jetzt mit, stell dich nicht so an“ – wie würden die Menschen reagieren?

Geschockt – wie kann ein Mann bloß so eine Frau anpacken. Jemand muss ihr helfen.

Doch bei Kindern? Ist es normal.

„Ist ja nichts passiert.“

Und was wäre wenn als Überschrift gestanden hätte: Kind bricht sich Arm in Live Interview.

Was dann? Dann gebe es viele Aufreger, dass die Mutter das Kind so am Arm gepackt hat .

Wieso muss erst was passieren damit die Menschen ihre Augen aufmachen und sehen, dass Gewalt nicht erst dann Gewalt ist, wenn jemandem ernsthaft weh getan wird?

Wo fängt Gewalt an und wo endet sie?

Fängt Gewalt wirklich erst dann an, wenn jemand Krankenhaus reif geprügelt wurde?

Oder fängt Gewalt nicht dort an, wo die persönliche Grenze eines anderen Menschen massiv überschritten wird (am Körper anpacken, etc) ?

Kleine Klapse auf die Finger, den Po oder ins Gesicht sind Gewalt. Ich kann auch sagen „War doch gar nicht doll“ , aber macht es das besser?

Gibt es schlimme Gewalt und nicht so schlimme Gewalt? Wieso unterscheiden viele zwischen harmlos und schlimm?

Natürlich tut ein Klapser auf die Finger nicht so doll weh, wie wenn die Nase gebrochen ist oder das Auge blau ist – aber macht es die Gewalt weniger schlimm?

Nein! 

Denn wenn ich sage, dass die Gewalt in Form eines Klappses nicht schlimm sei, suggeriere ich nur, dass es allgemein nicht schlimm wäre auf die Finger zu schlagen.

Und damit suggeriere ich, dass Gewalt erst dann Gewalt ist, wenn es dem Opfer wirklich schlecht geht.

Gewalt fängt da an, wo die Grenze eines Menschen überschritten wird. 

Und damit meine ich natürlich nicht , dass die Kinder gewaltvoll sind, wenn der Papa schon genervt von Ihnen ist (da hat sowieso der Vater eher das Problem, aber ein anderes Thema).

Ein Klaps, ein richtiger Schlag, andere physische Gewalt und auch psychische Gewalt sind immer Gewalt! Es ist und bleibt Gewalt – egal ob ich nun sage „War nicht so doll“, „Ich hatte es schlimmer“, „Wir haben es auch überlebt“.

Wäre es nicht schöner zu sagen „Wir leben. Angstfrei und Gewaltfrei“ anstatt auf eine Vergangenheit mit Angst und verherrlichter Gewalt zurückzublicken und zu sagen „Naja , wir haben es ja auch überlebt“?

Wie viele haben es nicht überlebt und können es nicht sagen?

Und weil viele immer denken, dass ich irgendwelche Eltern anprangere: nein. Es geht mir nicht um die Eltern (in dem Video) sondern um die Handlung. 

Augenhöhe. Kurzer Satz, dass wir aus dem Zimmer gehen. Kind auf den Arm. Raus.

Egal wo. Ob nun in einer Konferenz, Spielplatz, Supermarkt.

Vergesst nicht  wen ihr da vor euch habt : eure Kinder. Eure Liebe des Lebens. 

Und möchtet ihr am Arm herumgezerrt werden oder lieber jemanden, der euch auf Augenhöhe begegnet und euch aus der Situation begleitet?

In einer Gefahrensituation ist es natürlich völlig in Ordnung andere Menschen auch mal grob am Arm zu packen – aber da Schütze ich einfach das Leben eines anderen Menschen!

In den allermeisten Fällen wird so gehandelt obwohl keine Gefahrenquelle in der Nähe ist.

Was sind eure Gedanken dazu – seid ihr meiner Meinung oder eher „wir haben es ja auch überlebt“? 😉

 

Selbstbestimmung ist kein Feind!

Mein Artikel über Selbstbestimmung, AP und Unerzogen macht gerade die Runde – Danke Ruth fürs teilen. ❤

Und immer und über all ist dieses große Wort „Selbstbestimmung“ – der Feind aller Eltern.

Wie viel Selbstbestimmung ist gut? Wie viel Fremdbestimmung muss es sein? Und ab wann muss mehr Selbstbestimmung und weniger Fremdbestimmung sein?

Und laufen unsere Kinder wirklich mit der Bierflasche und Kippe in der Hand über eine viel befahrene Straße , weil sie von der Glotze viereckige Augen haben?

Ein Mensch hat Grundbedürfnisse – Essen, Trinken, Schlafen, Nähe, Toilette/Hygiene..

Alles andere ist sozusagen Luxus – braucht kein Mensch, haben wir trotzdem.

Streitthemen sind immer wieder Fernsehen, Schlafen, Stillen, Essen.

Ich hoffe , dass mittlerweile viele oder am besten jeder, weiß, dass gezwungene Mahlzeiten absolut ungesund sind. Das Recht Nahrung aufzunehmen , sollte jeder zu jeder Zeit haben. Hungern lassen oder Essen aufzwingen weil „Essenszeit“ ist, oder halt auch nicht, ist absolut Menschenunwürdig. Darauf gehe ich hier auch nicht weiter ein , denn ich denke ihr stimmt mir zu.

Beim Schlafen ist es wieder ein sehr kritisches Thema – können Kinder selbstbestimmt schlafen gehen? Sind sie kompetent genug um zu verstehen, dass jetzt Schlafenszeit ist? Wissen sie, dass sie eigentlich schon müde sein sollten?

Lustigerweise lassen wir Babys auch selbstbestimmt schlafen – die schlafen ja sowieso sehr viel , die könnten wir nicht wachhalten.

Doch sobald sie aktiver werden, krabbeln, laufen usw – da muss dann ja die Notbremse gezogen werden und dem Kind wird ein Rhythmus aufgezwungen – und meistens nur, damit ich als Elternteil Zeit für mich habe. Oder weil ich ja weiß, das mein Kind müde ist – nur es selber erkennt es einfach nicht.

Genauso wie ein Baby sich den Schlaf holt, den es braucht und auch dann schläft , wenn es müde ist , so machen es auch ältere Kinder. Oder sogar auch Erwachsene.

Dann das Streitthema schlechthin : Fernsehen.

Es gibt absolut nichts was so schlimm ist für unter Dreijährige wie der Fernseher. Es ist, als würden Aliens in dem Teil hausen, die nach und nach die Kinderseele durch den Bildschirm in ihr UFO ziehen. Und was übrig bleibt ist eine leere Körperhülle, die Tagelang nichts anderes macht als vor der Glotze zu hängen – sogar wenn das Teil ausgeschaltet ist!

Mal ehrlich – ernsthaft?

„Kinder brauchen keinen Fernseher“

Dem stimme ich zu. Genauso wie niemand einen Fernseher braucht. Oder ein Handy. Bücher, Zeitschriften, Schokolade, Kaffee, Deko, Stühle, Toiletten, Möbel, Spielzeug…

Das sind alles Luxusartikel. Kein Mensch braucht sowas. Wieso besitzen wir sie dann?

Weil wir es können – und weil wir es wollen.

Wenn ich nicht möchte, dass mein Kind irgendwelche Strahlen abbekommt – dann kaufe ich solche Sachen nicht. Denn eigentlich ist es ziemlich egal ob ich mein Kind mit 2 Jahren Fernsehen lasse oder mit 15. die Strahlen oder die Kinderseelen-stehlenden-Aliens werden so oder so auf den Menschen treffen.

Was also tun? Fernseher steht nun also im Wohnzimmer, darf aber nicht benutzt werden – ziemlich beknackt eigentlich. Wieso kaufe ich Sachen, die niemand – außer natürlich die Erwachsenen – benutzen darf?

Klar, es gibt Sachen, die dürfen auch meine Kinder nicht haben. Rasierer zum Beispiel.

Auch selbstbestimmtes Fernseh gucken klappt bei unter Dreijährigen (ich weiß ehrlich nicht mal wieso die Zahl drei?! Ist das Kind ab da urplötzlich irgendwie fähiger ? Mehr Mensch?)

Es ist jedem selbst zu überlassen ob man dem Kind Selbstbestimmtheit zugesteht oder nicht. Aber seht das Kind doch nicht als inkompetent und „auf jeden Fall verdummt“ wenn es Fernsehen schauen darf!

Ein Kind hat einen Bewegungsdrang und will Sachen erforschen und will ganz sicher nicht nur vor der „Glotze“ hängen. Natürlich gibt es Menschen , die ‚parken‘ ihre Kinder vor den Tv damit sie ihre Ruhe haben und auch nichts unternehmen müssen – aber dass das nicht damit zu vergleichen ist, dass ein Kind sich selbstregulieren kann und neben dem Tv schauen noch zig andere Aktivitäten hat, ist doch hoffentlich klar.

Nicht die Selbstbestimmung ist unser Feind – sondern das mangelnde Vertrauen in unsere Kinder, weil wir (wahrscheinlich) selbst auch zu wenig Vertrauen von unseren Eltern bekommen haben.

Dies ist jetzt eher ein kleiner Rant gewesen – aber dennoch auch ein Appell an Eltern. Fernsehen ist genau der Luxus wie ein Bilderbuch oder (Plastik) Spielsachen – jeder muss für sich entscheiden, was er seinen Kindern geben oder nicht geben möchte.

10 Pinterest Rezepte, die auf deiner Essensplanung stehen sollten

Seit Anfang Januar koche ich (eigentlich) jeden Tag , oder jeden zweiten Tag, neue Sachen. Also wirklich neue – und unterstützt werde ich dabei von Pinterest, meiner wahrscheinlich liebsten App derzeit.

Denn wer kennt es denn nicht? Ein Einkaufszettel möchte ausgefüllt werden und im Kopf herrscht eine gähnende Leere. Was kann ich denn heute und morgen kochen? Nudeln? Ah, das hatten wir jetzt schon die letzten fünf Tage..

Ihr kennt es doch, oder?!

Nunja, seit ich auch nicht mehr mobil bin und meine Einkäufe online bestellen muss, ist es für mich sehr wichtig einen richtig Plan zu haben, was ich kaufen und kochen möchte. Und es ist echt langweilig sich für Pasta Gerichte nur verschiedene Saucen rauszusuchen.

Und da wir gerade zur veganen Ernährung wechseln und ich oft keinen Plan hatte was ich kochen darf, habe ich Pinterest gefragt, denn Pinterest hat auf jede Frage eine tolle Antwort 😀

Und jetzt möchte ich euch meine „10 Besten Vegetarisch/Veganen Rezepte“ von Pinterest zeigen – viele haben mich nach Rezepten gefragt und ich dachte, dass ich es euch einfach schulde 🙂

  1. Nummer Eins und mein wahrscheinlich heimlicher Favorit ist die Creamy Pumpkin Pasta (zu deutsch: cremige Kürbis Pasta) – es ist einfach suuuper lecker.
    Mein Tipp aber: die Menge verdoppeln, denn meiner Meinung nach ist es einfach zu wenig. Ich esse davon echt viel , noch eine weitere Person (bis auf meine Kinder) hätten absolut nichts davon. Und falls ihr keinen Kürbis pürieren wollt bzw kein Kürbispüree findet: nehmt Kürbispüree aus den Babygläschen.
  2. Der Wirsing Auflauf, den viele interessiert hat. Super lecker!
  3. Eine Mexikanische Quinoa Pfanne – sehr lecker und stopft schön 🙂
    Ich hatte die Avocado weggelassen, weil ich mir einmal eine gekauft hatte und es mir nicht schmeckte. Daher hatte ich etwas angst, das ganze Essen zu ‚ruinieren‘ und habs halt einfach weggelassen. 🙂
  4. Etwas orientalisches – Zucchiniküchlein mit Kokosnusssauce
    Ich hatte keine Zucchinis mehr da, jedoch eine Packung für Tomate-Basilikum-Bratlinge. Also habe ich die Bratlinge mit der Sauce gemacht. Mit den Gewürzen solltest Du etwas vorsichtiger sein, wenn du oder deine Kinder es nicht so scharf mögen. Ansonsten super lecker, auch ohne Zucchiniküchlein 🙂
  5. Ein Kichererbsen Curry mit Reis. Schnell und einfach mag ich ja. 🙂
  6. ONE POT – wir alle lieben es doch, wenn nicht zu viel Geschirr dreckig wird, oder? Daher liebe ich auch die One Pot Pasta Primavera.
  7. Aufläufe sind doch immer was feines – daher ein Gnocchi-Paprika-Mozzarella Auflauf.
  8. Beim nächsten Rezept habe ich das Fleich weggelassen und/oder Soja-Hack genommen: ein One Pot Chili Mac ’n‘ Cheese. Meeega Lecker, schnell und wenig Geschirr. 🙂
  9. Lasagne mag doch auch ‚jeder‘, oder? Aber hast Du auch schon mal eine Lasagne-Suppe gegessen? Ich hab es ausprobiert und es war überraschend lecker. (Allerdings kommt es an den Auflauf „Lasagne“ nicht ran )
  10. Und bei diesen kalten Tagen passend: ein Kichererbsen-Stew mit Mais und Tomaten. 🙂

Ich hoffe für Dich war das ein oder andere passende Rezept dabei.
Was ist denn aber Dein Lieblingsgericht? Lass mir gerne mal das ein oder andere Rezept unten in den Kommentaren 🙂

Lisa

Stillen in der Öffentlichkeit (LSZ VIII) | Frau Lampenhügel

Stillen in der Öffentlichkeit

Heute darf ich Frau Lampenhügel vorstellen – sie ist zweifach Mama und stillt ihren 1,5 jährigen Sohn.
Was sie vom Stillen in der Öffentlichkeit hält, das verrät sie euch heute.


Vor ein paar Tagen habe ich auf Lisas schönem Blog geborgenundgeliebt.de den Gastbeitrag von Fledermama übers 23Langzeitstillen gelesen. Fledermama wohnt zurzeit in Shanghai und stillt ihren Sohn noch, der 1.3 Jahre alt ist. Sie hat bisher gute Erfahrungen gemacht, obwohl sie das in Asien gar nicht so erwartet hatte! Beim Lesen ihres Beitrags ist mir das Lichtlein aufgegangen, dass das Stillen ein Thema ist, das mich aktuell (also seit 3,5 Jahren) auch beschäftigt! Das hier ist aus meinen Überlegungen geworden:

Ich schätze mich glücklich, dass das Stillen bei meinen beiden Kindern völlig problemlos geklappt hat; das hatte ich mir immer gewünscht. Meine Gesundheit und die gesamte Situation hier haben es zugelassen, dass ich den Muck, heute fast 2 Jahre alt, bis heute stillen kann.

Ich hatte nie vor, meine beiden Kinder so und so lange zu stillen oder dann und dann abzustillen. Es ist alles von alleine so gekommen, wie es gekommen ist. Das Stillen klappte schon beim Schätzlein super. Sie hat sich dann im Alter von 14 Monaten ganz sukzessiv selbst abgestillt; ohne mein Zutun bzw. Verwehren. Das fand ich zum einen sehr schön, da sie es selbst so gewählt hatte und offensichtlich in die nächste Lebensphase eingetreten war. Ich wollte ihr nie etwas wegnehmen, das Stillen also initiativ unterbinden. Zum anderen fand ich ihr eigen bestimmtes Abstillen damals auch traurig, weil damit für mich ein großer, erster Abschied einherging. Der Abschied von der innigsten Baby-Zeit. Ich war damals schon schwanger mit dem Muck – vielleicht schmeckte ihr die Milch daher nicht mehr…? Das ist anzunehmen. Also war es Mutter Natur, die da abgestillt hat, das war für alle in Ordnung so. Das Abstillen an sich habe ich nicht als schwierig empfunden; ich hatte keine schmerzende Brüste oder gar einen Milchstau.

Stillen = Rüsten

Mein Sohn, der Muck, ist heute fast 2 Jahre alt und ich stille ihn noch bei Bedarf. Bedarf bedeutet: Sofort morgens beim Aufwachen. Mittags zum Mittagseinschlafen, nachmittags seit neuestem nicht mehr so oft, aber abends vorm Zubettgehen und auch noch nachts, wenn er aufwacht. Natürlich nimmt er bereits feste Nahrung zu sich und ich weiß, dass das Stillen für uns beide inzwischen nicht mehr reines Ernähren, sondern vielmehr Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Kuscheleinheiten bedeuten. Und das ist gut so, das ist schön! Weil ER es so möchte und weil es sich auch für MICH weiterhin gut anfühlt. Manches Mal ist Stillen unerlässlich gewesen, das einzige Mittel zur Beruhigung beider Kinder…! Was hätte ich nur getan, wenn es meine Brust nicht gegeben hätte…?! Ich konnte immer auf den Alleslöser zurückgreifen. Ging nix mehr, ging die Brust. Bäm! Stillen, das bedeutet für mich auch Schutz: Erwiesener Maßen verringert es das Risiko für Brustkrebs und Allergien (und noch vieles mehr!). Da ich selbst hochgradige Allergikerin bin, wollte ich meine Kinder um Gottes Willen vor Allergien bewahren! Dafür habe ich schon in der Schwangerschaft getan, was man so tun kann – und dazu täglich Nüsschen gefuttert, obwohl ich eine offengelegte Nüsschen-Abneigung hege. Haselnüsse sind die Schlimmsten, puhää! Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, Mutter Natur war gnädig mit uns: Bisher sind beide Kinder –toitoitoi– Allergie-, Asthma-, und Neurodermitisfrei. Das wären sie vielleicht auch geworden, wenn sie schon früher nicht mehr oder gar nicht gestillt worden wären und anstatt dessen die Flasche bekommen hätten – es gibt ja auch unzählige schöne Beispiele, bei denen die Kinder allergiefrei sind ohne das Stillen. Da es aber bei mir weiterhin so gut läuft (…) mache ich mit dem Stillen weiter. Zu guter Letzt erhält der Muck durch die Muttermilch ja außerdem noch wertvolle Abwehrstoffe gegen alles Mögliche von mir; den Nestschutz. Also spricht meiner Ansicht nach alles dafür, ihn weiter zu stillen – auch, wenn er „schon“ fast 2 Jahre alt ist. Damit kommen wir direkt zur nächsten Frage:

Wie lange stille ich mein Kind?

Das Stillen hat mich teilweise auch eingeschränkt – bis heute. Ich habe quasi 3,5 Jahre durchgestillt und beide Kinder haben, bis sie gute 1.5 Jahre alt waren, keine Flasche akzeptiert. Deswegen konnte Herr Lampenhügel die erste Zeit weder abends noch nachts etwas bei den Muckligen ausrichten; da wurde eindeutig die Brust verlangt. Da beide Kinder zudem auch sehr schlechte Schläfer waren, hat sich mein Ausgehverhalten sagen wir… auf ein überschauliches Nichts reduziert. Ich konnte zwar nicht so gut ausgehen, aber doch Besuch empfangen – für mich ist das ein nachvollziehbarer Verzicht, den ich gerne ausübe; also alles ok! Ich lasse den Muck weitertrinken; genau wie beim Schätzlein nehme ich ihm seinen festen Halt, die Mama-Brust, nicht aktiv weg. Jetzt, da sich der Muck abends auch vom Papa beruhigen lässt, erweitert sich mein Aktionsradius ja wieder und das ist eine sehr schöne Entlastung für mich (und ein schönes Gefühl für Herrn Lampenhügel!). Ab morgen gehe ich wieder zum Sport.

Stillen in der Öffentlichkeit

Also – ich selbst habe noch NIE schlechte Erfahrung damit gemacht! Weder doofe Blicke, Kommentare oder sonstiges; eher habe ich ermutigende, bestaunende Blicke vernommen; das hat mich positiv überrascht! Nun stille ich in der Öffentlichkeit auch sehr dezent(!); es gehört zwar seit über 3,5 Jahren zu meinem Alltag, täglich mehrfach meine Brüste heraus zu pruseln und ein Kind anzudocken, aber ich möchte meine Brust zum einen nicht „präsentieren“ und sie „auspacken“ (dieser Anblick ist meinem Herrn Lampenhügel vorbehalten!), zum anderen nehme ich auch Rücksicht auf Anwesende! Es gibt sicherlich Menschen, die in einem Café sitzen und auf den Anblick von freigelegten Brüsten verzichten möchten. Menschen, deren Vorgeschichte ich nicht kenne. Das ist auch in Ordnung! Zuhause oder bei Freunden achte ich nicht so sehr auf das „wie“ (…sorry, meine lieben Leute…!).
Manchmal läuft es natürlich nicht so wie ich will; der Muck zappelt, tut und macht alles, bloß nicht trinken… dann bin ich echt in Stress geraten; alles ist dann unangenehm und man spürt die Blicke… Es ist aber bei wenigen  dieser Ausnahmesituationen geblieben und überraschenderweise hat das jeweilige Umfeld sehr wohlwollend, nämlich gar nicht reagiert. Trotzdem hat es mich schon manches Mal gewundert, wie andere frischgebackene Mütter übers Stillen in der Öffentlichkeit denken. Einer Mutter war z.B. total klar, dass sie niemals draußen stillen würde; sie hat ihr Kind lieber sofort an die Flasche gewöhnt. Das hat mich erstaunt und erschreckt. Ich sehe Stillen als etwas sehr natürliches und schönes an und ich selber möchte nicht darauf verzichten. (Wobei ich da wirklich auch reinwachsen musste). Die ersten Male habe ich mich beim Stillen in der Öffentlichkeit unwohl gefühlt; es ist eben doch „die Brust auspacken“ und ich war‘s nicht gewohnt; wie auch?! So richtig allgemein akzeptiert ist die Sache ja auch doch nicht und darum gehört es bis heute nicht zu den Dingen, die ich saugerne mache. Aber manchmal muss es eben genau dann sein, wenn man im Café sitzt und gerade das Heißgetränk seiner Wahl bestellt hat! Bevor das Kind vor Hunger brüllt… dann doch lieber gestillt: Genau! Stille. Darum heißt es ja auch so. Ich fand es immer selbstverständlich, meinem Kind seine Nahrung zu geben, wenn es Hunger hatte. Damit bin ich bis jetzt gut gefahren und so werde ich auch weitermachen.

Das Loslassen

Das ist auch so ein bisschen mein Thema: Ich wollte lange Zeit nicht, dass sich der Muck abstillt; so ist er noch ein bisschen länger mein Kleinkindbabyjunge… Durch Stillen wurden mein Kind und ich zur kleinsten gemeinsamen Einheit, an die niemand rankommt! Ich fühl(t)e mich unersetzbar und das ist ein ziemlich tolles Gefühl…! Inzwischen habe ich mich innerlich von Muckens Babyzeit verabschiedet – er beginnt gerade explosionsartig mit dem Sprechen und plappert alles nach! Langsam kann ich mich ein Stück weit lösen und schaffe Platz für Neues. Stillen hat für mich also auch etwas mit Loslassen, bzw. nicht Loslassen zu tun.

Apropos: Lange, bevor ich eigene Kinder hatte und ich wirklich noch nie über’s Stillen nachgedacht hatte, habe ich einmal eine Situation erlebt, die mich verwirrt und unangenehm berührt hat, weil es ein sehr ungewohntes Bild für mich war. Ein ca. 5- bis 6-jähriger Junge ging auf seine Mutter zu, machte sich zielstrebig ans Öffnen ihrer Bluse und forderte sehr klar, „Mama, ich will jetzt an die Brust!“ und dann nahm er sich, was er haben wollte. In meinen Augen hatte die Situation nichts mit dem Ernähren eines Säuglings oder eines Kleinkindes zu tun; daher war es mir buchstäblich fremd. Heute kann ich viel besser differenzieren und weiß, was ich damals so komisch fand: Es war nicht das Stillen an sich; jedoch war mir die Art und Weise zu freizügig und die Frau hatte außerdem zugelassen, dass über sie bestimmt wurde. Das, muss ich zugeben, hätte ich anders gelöst; damals wie heute.

Mein Körper gehört mir

Als stillende Mama bekommen die Brüste ja außer den bisher sexuellen Aspekt den Aspekt des Überlebens zugeordnet, sie sind ein Stück weit funktional. Das Verständnis für meine Brust änderte sich mit dem Stillen; ich teile meinen Körper mit meinem Kind, ich stelle ihn ihm zur Verfügung. Wenn der Muck irgendwann nicht mehr bei mir trinkt und meine Brust wieder ganz mir gehört – das kann ich mir noch gar nicht vorstellen; ein komisches Gefühl!
Der Muck hatte aber zwischendurch auch Anwandlungen entwickelt, die mir unangenehm waren: Er fuhrwerkte mir am Reißverschluss meiner Jacke herum und machte durch Ziehen, Zuppeln und Knatschen recht penetrant klar, dass er an die Brust WILL. Das störte mich und ich mochte MEINEN Körper, MEINE Brust dann auch nicht hergeben. Es war mir selbst unangenehm und ich kann mir vorstellen, dass dieses Spektakel für jemand beiwohnenden auch unangenehm war.
Zum Glück hat er schon wieder damit aufgehört und ruhigere Phasen eingeläutet (naja, er hat gelernt, dass es dann nichts gab…). Jetzt sagt er „Driinkene, driinkene, Mammaa!“. Viel besser.

Meistens werde ich in meinem Bekanntenkreis für das nachhaltige Stillen meines Sohnes kritisiert – oft bekomme ich (anerkennende..?) Kommentare zu hören wie: „Er ist ja jetzt schon so groß!“, „Er kann auch schon laufen!“ oder es kommen Fragen „wie ich das mit dem Stillen überhaupt aushalte? Und das so lange schon?!?“ ob ich nicht auch mal wieder Alkohol trinken möchte usw. Ich habe dann das Gefühl mich für das Stillen rechtfertigen zu müssen und das will ich gar nicht! Muck und ich werden das schon machen; es geht außer ihn und mir ja auch niemanden so richtig etwas an! Und: Klar würde ich auch mal wieder 2 Gläser Wein trinken; oder verrückte 3! Hintereinander. Ich entdecke gerade meinen Egoismus wieder, mich als Frau! Aber ich denke mir ehrlich auch: Die Kinder sind JETZT klein und brauchen ihre Mama – manche weniger und manche mehr – meine eben mehr (…). Und die Stillzeit ist im Vergleich zur restlichen Lebenszeit soo kurz! Da verzichte ich wirklich gerne noch 2, 3, oder 4 (?) Monate länger auf mein Glas Wein. Das kann ich mir ja die nächsten 40 Jahre noch einverkammesöllen! (Hoffentlich). Prost.

Wo liegt die Grenze?

Ic2323h kann nicht sagen, wo meine eigene Grenze beim Stillen liegt… aber der Muck und ich, wir werden schon herausfinden, wie lange wir das machen wollen! Noch denken wir nicht ans Aufhören und darum stille ich ihn fröhlich weiter, wenn er das denn möchte und ich es denn möchte, bitteschön.

Danke für die Aufmerksamkeit.


Vielen Dank für deinen Beitrag – schön, solch offene und ehrliche Worte von dir zu lesen!

Lisa


Vielleicht möchtest auch DU uns deine Geschichte und Meinung zum Thema „Stillen in der Öffentlichkeit“ erzählen? Dann schicke mir einfach eine Mail an geborgenundgeliebt@gmail.com.

Stillen eines Kleinkindes (LSZ VII) | Lara von Dreaming Today

Stillen in der Öffentlichkeit

Nach einer super langen Pause, darf ich euch heute Lara von Dreaming Today vorstellen. Sie ist Mutter eines kleinen Jungens und wohnt zusammen mit ihrem Freund in Finnland – ist das nicht cool? Hier möchte sie nun euch ihre Geschichte und ihre Gedanken zum Thema „Langzeitstillen“, bzw Stillen eines Kleinkindes, erzählen.


Ich freue mich sehr bei dieser Blogreihe dabei zu sein. Ich wohne mit meinem kleinen Sohn und meinem Freund im schönen Finnland und schreibe auf meinem Blog über unser Familienleben.

Unser Stillstart war kein einfacher, doch wie man so schön sagt, ich bin an dieser Aufgabe gewachsen. Seitdem ist mir das Thema Stillen sehr ans Herz gewachsen und ich möchte mit euch einige Gedanken zum Langzeitstillen teilen.

Drei Worte

Sechs Monate Vollstillen, drei Worte, die ich immer wieder gelesen habe, als ich in der Schwangerschaft begonnen habe mich mit dem Thema Stillen zu befassen. Meiner Meinung eine gute und wichtige Empfehlung. Dazu habe ich es in Berichten und Kommentaren von anderen Müttern so verstanden, dass man man am Ende der sechs Monate Vollstillen eine Medaille geschenkt bekommt.

Wie so oft, jede Medaille hat zwei Seiten. Bei uns hieß dies, Brust plus Flasche.  Es war kein einfacher Stillstart, die drei Worte: Sechs, Monate, Vollstillen schwirrten permanent in meinem Kopf. Ich wusste, dass es keine Medaille für mich geben wird. Bekam ich durch die gelesenen Berichte das Gefühl nur dieser eine Weg sei der wirklich wahre. Es dauerte eine Weile bis ich akzeptieren konnte, dass es viele Möglichkeiten gibt zu stillen und dass wir trotz Flasche das Stillen noch lange nicht aufgeben müssen.

Ich erkannte auch, das zeitlich gesetzte Ziele nicht wichtig sind, es geht nicht darum wie lange man sein Kind stillt, sondern ob Mutter und Kind zufrieden sind. Mein Sohn wurde sechs Monate alt und wir stillten einfach weiter, trotz Flasche und startender Beikost.

Langsam konnte ich mich entspannen

Für mich hat sich gerade ab dem sechsten Monat, als wir mit der Beikost begannen, einiges geändert. Wie erwähnt, ich verabschiedete mich von dem für mich erreibachen Ideal und meiner Hoffnung ohne das Zufüttern stillen zu können. Durch diesen Schritte wurde ich definitiv entspannter. Rückblickend kann ich sagen, dass die sorgenfreie Stillzeit bei uns dann erst richtig los ging. Ich wurde entspannter, das Stillen gehörte weiterhin zu unserem Tag (und der Nacht).

Das Stillen ging nicht mehr primär um die Nahrungsaufnahme und es nahm mir sehr viel Druck. Natürlich ist Stillen immer Nahrungsaufnahme, aber eben genauso ein Moment der Nähe und Ruhe. Das war es von Anfang an für mich, doch ich konnte diese Momente später erst viel mehr als solche erkennen und zu schätzen wissen. Besonders der Aspekt der Ruhe hat sich nach dem ersten Geburtstag verfestigt. Es ist zu einer kleinen Auszeit für uns beide geworden.

2 Sätze, die ich oft las

Mir sind zwei Dinge  zum Thema Stillen aufgefallen, die ich in Kommentaren und Geschichten von anderen Müttern oft wiederfinde. Erstens, viele Frauen sagen vor der Geburt, dass sie es mit dem Stillen versuchen wollen. Wenn es nicht klappen sollte, „dann ist es eben so“. Genau das ist bei mir eingetroffen, es hat nicht einfach klappt wie gewünscht und ich konnte es nicht so locker hinnehmen, wie geglaubt. Ähnliche Erfahrungen habe ich von anderen Frauen immer wieder gelesen.

In diesen Momenten ist es wichtig sich schnell Hilfe zu holen und vor allem eines: Nicht aufzugeben, den besten Weg für sich und sein Kind zu finden. Das kann eine längere Suche sein und es ist ein individueller Weg, doch es ist wichtig diesen Weg zu gehen. Ich bin merklich gestärkt aus dieser Suche herausgegangen und so stillen wir an Silvester schon zwei Jahre.

Der zweite Gedanke, den ich immer wieder lese, dass eine bestimmte Stilldauer nie geplant war und es irgendwann einfach ins „Langzeitstillen“ überlief. Auch dies trifft auf uns zu, wir sind sozusagen einfach reingeschlittert ins Langzeitstillen.

Wobei ich die Empfehlung der WHO, die Stillen bis zum zweiten Geburtstag rät wichtig finde nicht zu vergessen. Nach dieser Empfehlung könnte man sagen, dass Langzeitstillen erst nach dem zweiten Geburtstag des Kindes los geht. Aber was sind schon Zahlen und Normen.

Schaue ich mich in meinem Bekanntenkreis von Müttern um, ist die Anzahl derer, die nach dem ersten Geburtstag noch stillen in der Unterzahl. Auf diesen Aspekt geblickt startet Langzeitstillen wohl schon nach dem ersten Geburtstag.

Ich finde es jedoch gut, dass es den Begriff „Langzeitstillen“ gibt, ich habe oft das Gefühl (gerade im Bekanntenkreis), dass Stillen nach dem ersten Geburtstag gar nicht als Option gesehen wird. Ich hoffe, dass gerade die Empfehlungen der WHO und Erfahrungsberichte in dieser Blogserie veröffentlicht Müttern motiviert die Stilldauer nicht nach dem Alter des Kindes zu bestimmen. Am Ende gilt, das Beste für Mutter und Kind und dass beide Seiten glücklich und zufrieden sind. Fernab von Vorschriften und guten (oder gut gemeinten) Ratschlägen.

Stillen eines Kleinkindes

Natürlich ist es anders ein Kleinkind zu stillen als ein Baby. Ich finde es total praktisch, dass mein Sohn selber signalisieren kann, wenn er an die Brust möchte. Manchmal wird das Stillen eher zu einer Turnstunde. Ein kleiner Mensch mit vielen Ideen im Kopf, muss diese eben sofort erledigen.

Öfters habe ich von Müttern gelesen, die erzählten sie haben schon Kuscheltiere, Autos und andere Spielzeuge gestillt. Ich war immer gespannt, wen ich noch so alles stillen darf. Mittlerweile habe ich gelernt, dass „Willi Wiberg“ auch noch gerne gestillt wird. Zumindest bei uns. 😉 Wir haben im letzten Schwedenbesuch eine Willi Puppe gekauft. Seitdem durften Willi und eine andere Puppe öfters mal trinken. Mein Sohn macht dazu Schmatzgeräusche und ich finde einfach nur niedlich und lieb von ihm. Was gut ist, teilt man eben mit seinen Freunden.

Ich bin sehr gespannt wie es bei uns weitergeht. Ich bin offen, das Stillen noch  lange fortzusetzen, so lange wie wir beide damit zufrieden bleiben. Wie ich schon erwähnte, alle Beteiligten sollten glücklich und zufrieden sein. Wie bei jeder gleichwertigen Beziehung, beide Seiten haben das Recht sie beenden zu dürfen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es für mich eine Veränderung sein wird und ich traurig sein werde. Zum Trost und als Erinnerung an die Stillzeit kann ich mir dann ja eine Medaille basteln.


Vielen lieben Dank Lara für deine Meinung zu diesem doch sehr spannenden Thema!
Vielleicht wäre ja auch ein Muttermilch-Schmuck als Erinnerung an die Stillzeit für dich?!

Wenn auch DU gerne bei mir über deine Erfahrungen beim Langzeitstillen berichten möchtest, dann schicke mir doch gerne eine Mail an geborgenundgeliebt@gmail.com ! 🙂

Lisa

Spätzle Auflauf – schnell & einfach

Letzte Woche habe ich einen Spätzle Auflauf gemacht und der war echt lecker.
Ich bin sowieso ein Fan von Spätzle und Sauce – warum nicht mal einen Auflauf machen?!

Gesagt, getan. 

Was ihr alles dafür braucht:

  • Spätzle (vorzugsweise die aus dem Kühlregal)
  • 250g Champignons
  • Ein Bund Frühlingszwiebeln
  • Schlagsahne (ich habe Rice Cuisine genommen)
  • Streukäse
  • Pfeffer, Salz, Paprikapulver

Zubereitung:

  1. Wenn ihr fertige Spätzle nehmt, könnt ihr sie direkt in eine Auflaufform geben.
  2. Ofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen.
  3. Champignons putzen und Vierteln. Frühlingszwiebeln waschen und in schmale Ringe schneiden.
  4. In eine Pfanne etwas Öl geben und die Pilze und Frühlingszwiebeln kurz anbraten.
  5. Sahne hinzugeben, kurz aufkochen lassen und würzen.
  6. Nun die Sauce mit Pilzen und Frühlingszwiebeln über die Spätzle geben, mit Käse bestreuen und ab in den Ofen für 20 Minuten.

Normalerweise warte ich immer circa zehn Minuten nachdem ich den Auflauf aus dem Ofen geholt habe – Spätzle werden aber schnell kalt und wir konnten direkt anfangen zu essen. 🙂

Falls du es nachkochst, dann hinterlasse mir doch gerne mal ein Kommentar und erzähle, wie es dir gefallen hat!

Lisa

Die Gewinner stehen fest!

Jetzt ist tatsächlich einige Zeit vergangen und ich habe bisher noch nicht die Gewinner ausgelost – Grund dafür war einfach, dass ich keine Zeit hatte, da ich nun mit zwei Kleinkindern und einem riesen Welpen alleine bin.

Aber nun habe ich schnell meine Chance genutzt und mithilfe des Zufallsgenerators die Gewinner ausgelost.

Ich möchte hier auch gar nicht lange um den heißen Brei reden , sondern direkt meine zwei Gewinnerinnen preisgeben.

Gewinnerin für das Slow Family Buch und somit die Chance auf ein entschleunigtes Leben, ist

Und den wunderschönen Strampler von Lulu & Fonsi

bekommt:

Vielleicht ist dein kleines Mädchen ja schon da, dann wünsche ich dir herzlichen Glückwunsch zur Geburt und eine wunderschöne erste Kennenlern- und Kuschelzeit <3

Meldet euch per Email bei mir (falls ihr den Newsletter nicht bekommt) und schreibt mir eure Adressen 🙂

Eure Lisa

 

Die letzte Tür wird geöffnet… | Verlosung

Es ist schon der 22. Dezember und ich frage mich so langsam, wo die Zeit geblieben ist – ich habe noch nicht mal die Geschenke eingepackt 😨😅

Heute kommt das letzte Gewinnspiel (für den Adventskalender) diesen Jahres und dann möchte ich in meinen „Weihnachtsurlaub“ begeben – ab Januar gibt es wieder viele Veränderungen, darauf möchte ich mich vorbereiten und natürlich möchte ich die ganzen Weihnachtstage mit meiner Familie verbringen.

Gewinne einen Strampler von Lulu&Fonsi

Kennt ihr schon die Seite von Lulu&Fonsi? Sie näht ganz wunderbare Sachen – da dachte ich natürlich direkt an euch und habe sie gefragt, ob sie etwas aus ihrer Nähkiste entbehren kann. ❤

Sie stellt einen Strampler in Gr. 62 zur Verfügung – vielleicht hat hier eine meiner Leserinnen ja noch ein kleines Baby oder ist Schwanger – oder vielleicht kennt jemand von euch eine Schwangere ?! 😍

Dann wäre es ja das perfekte „nach-Weihnachts-Geschenk“.


Teilnahmebedingungen:

  1. Kommentiere diesen Beitrag, so nimmst du am Gewinnspiel teil.
  2. Abonniere meinen Newsletter, damit du eine Benachrichtigung bekommst, solltest du gewonnen haben – und natürlich um auch Benachrichtigungen über neue Gewinnspiele und andere tolle Inhalte zu bekommen.
  3. Teilen dieses Beitrags ist natürlich auch gern gesehen, ist aber kein Muss.

Ich wünsche euch wie immer viel Glück und somit dann auch ein frohes, stressarmes Weihnachten ❤

Eure Lisa

P.S.: Schaut auch noch bei Phinabelle vorbei – dort läuft auch noch ein Gewinnspiel ❤

„Nimm mich ernst!“ Und warum es wichtig ist, dass du dein Kind IMMER ernst nimmst.

Jeder hat mal Streit , denke ich. Mal mehr , mal weniger. Mal ruhiger , mal richtig laut.
Letzte Woche hatte ich Streit – und daraufhin totalen Kontakt Abbruch meinerseits.

Ich konnte es nicht mehr ertragen – bei jedem Besuch wurden meine Kinder erzogen. Und das nicht von mir – wir leben ja Unerzogen.

Das viele (vor allem in meiner Familie/Umgebung) diese Art mit Kindern zu leben nicht kennen und sich vielleicht schwer tun dies zu akzeptieren, finde ich in Ordnung – dennoch hat bisher niemand , bis auf diese Person, versucht sich dauerhaft über mich zu stellen und meine Kinder zu erziehen.

Als es dann letzten Endes so kam, dass schon nach zwei Minuten meine Tochter angeschnauzt wurde, weil diese bei Regen lieber ihre Crocs anziehen wollte als „wettergerechte Schuhe“ und ihre Strumpfhose doch nicht tragen wollte – da bin ich dann dezent (okay, es war eher Explosionsartig) ausgerastet.

Ja, ich bin eine junge Mutter – und ja , ich mache es anders, aber trotzdem wurde ich bisher von allen ernst genommen und es wurde akzeptiert!

Nimm dein Kind von Anfang an ernst – denn es gibt kein FSK ab wann dein Kind es verdient hat so zu behandelt werden!

Wenn ich höre, dass das Schreien eines Kindes runter gespielt wird, ignoriert wird, lächerlich gemacht oder mit den Worten „Der trotzt nur!“ schlecht gemacht wird – da stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Auch mir schleichen sich manchmal Gedanken ein wie „Ist doch nichts los – können sie nicht mal aufhören zu heulen jetzt?!“ – doch es gibt immer einen Grund, und sei es der nicht-erfüllte Wille.

Und da braucht es keinen unempathischen Erwachsenen , der sich dann noch lächerlich über mich macht und sein eigenes Gewissen vor anderen reinwaschen will. (Nein, es ist nicht cool, und die Erziehung schlägt auch nicht an, wenn das Kind in einem völlig verzweifelten Wutanfall steckt und ich es komplett ignoriere oder meine Machtkeule raushole und mein Kind dann noch zusätzlich kränke und das Vertrauen zu ihm schädige!)

Es ist anstrengend, ja. Verdammt anstrengend sogar.

Als Mutter zweier Kleinkinder weiß ich, dass es echt anstrengend sein kann, bei jedem Wehwehchen oder bei jeder Unstimmigkeit die Nerven zu bewahren und bedürfnisorientiert zu handeln. Achtsamkeit muss gelernt werden – ist natürlich schwer, wenn man selbst in der eigenen Kindheit nicht achtsam behandelt wurde.

Warum ich ausgerastet bin

Diese ganze angestaute Wut kam in mir hoch.
Die Löwin , die ihre Kinder verteidigen will.

Das Kind, welches nicht gehört und nicht ernst genommen wurde.
Das Kind, welches der Macht der Eltern unterworfen war.
Das Kind, welches nicht entscheiden durfte.

Die ganze Wut aus meiner Kindheit, die ich nicht ausleben durfte, bei der ich nicht begleitet wurde kam hoch.
Ich sah mich , als schutzloses , zweijähriges Mädchen vor mir. Die keine Wahl hat. Die weinend und völlig verzweifelt da vor mir sitzt – meine Kindheit zu durchlaufen hat.

Ich bin ausgerastet – weil ich es konnte. Und weil ich es wollte.
Weil ich nicht wollte, dass jemand so mit meinem kleinen-Ich redet.

Niemand, der mir als erwachsene Frau zu sagen hat, dass ich mich nicht so anstellen soll – und selbst wenn, das wäre mir egal gewesen.

Weil es egal ist was andere denken

Es ist völlig egal was andere denken könnten. Sie denken es doch sowieso. Vielleicht denken sie ja auch was völlig anderes.

Es geht hier nicht um dich, deine Erziehung oder die Gedanken oder das Getuschel von fremden Leuten.
Es geht um einen Menschen, der es verdient hat ernst genommen zu werden. Der Begleitung in seiner Trauer oder Wut möchte – genauso wie du mitlachst, wenn dein Kind lacht.
Es geht darum, dass jeder Mensch es verdient hat ernst genommen und akzeptiert zu werden – egal ob du sein Verhalten gerade lächerlich findest oder nicht. Denn nicht das Verhalten ist lächerlich, sondern dein Gedanke, dass es lächerlich sei. 

Niemand in Not ist lächerlich, sondern dass wir nur daran denken, was andere von uns und unserer Erziehungsfähigkeit halten.

Das Kind in mir ist immer noch verletzt

Das wird auch kein Ausraster ändern können – auch wenn es wirklich gut tat.
Ich grenze mich ab von Leuten, die mich nicht wertschätzen und akzeptieren, dass ich nicht zu so einer -sorry- scheiß autoritären Mutter werde, die ihre eigenen Kinder nicht achtsam aufwachsen lassen kann, weil sie von ihrer eigenen Kindheit immer noch verletzt ist und so davon überzeugt ist, dass Gewalt und Macht das Nonplusultra seien.

Ich habe meine Kinder bekommen um sie bedingungslos zu lieben – und nicht um unsere Liebe an Bedingungen (Gehorsamkeit, etc) zu knüpfen. 
Ich habe sie bekommen, weil ich weiß, dass sie perfekt sind , so wie sie sind – und nicht erst perfekt sind, wenn ich sie so forme, wie ich sie haben will.

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931″ (Quelle)

Nehmt euer inneres Kind ernst

Ihr hättet euch sicher gewünscht, dass eure Eltern achtsam und empathisch reagiert hätten, als ihr in Not wart – dann seht euer eigenes inneres Kind neben eurem wütendem Kind sitzen.
Es spricht ganz leise und einfühlsam mit eurem Kind, sagt, dass es in Ordnung ist wütend zu sein.
Und das Mama und Papa es gleich trösten und beruhigen werden und ihnen egal ist was andere denken, denn das was wirklich zählt, ist dass euer Kind die nötige Begleitung bekommt und nicht, was andere von euch und eurem Kind halten.

Ich habe kein Kind bekommen um dann von Fremden beurteilt zu werden, als wären sie die „Jury of Life„.

Wie du ein #TreeOfLife Stillbild mit PicsArt gestaltest

Der neue Hashtag #TreeOfLife , welches das Stillen auf wunderbare Art und Weise zeigt , kursiert derzeit auf allen Social Media Kanälen.

Viele fragen sich, wie sie solche Bilder gestalten – also schreibe ich hier mal eine kleine Anleitung, für ein einzigartiges, wunderschönes Stillbild.

#treeoflife

#treeoflife

 

  1. Lade dir aus dem Playstore die App „PicsArt“ runter.
  2. Im Hauptmenü solltest du direkt ganz oben die Sticker „#TreeOfLife“ finden, lade sie dir direkt runter.
  3. Lade ein Bild hoch, welches du bearbeiten möchtest.
  4. Füge einen Baum (unter Sticker) ein, passe die Größe an.
  5. Nun kannst du noch auf „Mischen“ gehen und dort auf „Überdecken“ gehen.
  6. Nun auf „Magie“ gehen und einen „Filter aussuchen. (Bei dem oberen Bild habe ich direkt das erste genommen. Beim zweiten Bild habe ich ‚Rainbow‘ genutzt.)

Die Farbintensität ist ganz unterschiedlich, da ja jedes Bild auch andere Farben hat.

Viel Spaß beim Bilder bearbeiten und wenn ihr eins auf Social Media Plattformen teilen wollt, vergesst den Hashtag #TreeOfLife nicht 😉 (hierbei nochmal danke an Leen 🙂 )

Eure stillende Lisa <3

Selbstbestimmt, Co-Regulation & Fremdregulation

Auf meinem Post über „Die Angst der Selbstbestimmung“ habe ich reichlich Kritik geerntet. Das Selbstbestimmung ja schön und gut sei – aber halt nur in gewissen Sachen.
Warum ich meinen Kindern denn so viel Verantwortung übertrage und das sie die Reichweite der jeweiligen Konsequenzen nicht überschauen können.
Und, dass es natürlich auch einfacher ist, das Kind wie einen kleinen Erwachsenen zu behandeln – oder nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn.“

Heute möchte ich einmal erläutern, was Selbstbestimmung überhaupt ist, ob ein Kind von Anfang an selbst entscheiden kann (auch Fernsehen und Süßigkeiten) und dann möchte ich noch alte Glaubenssätze die Türe zeigen, denn von denen wollen wir uns ja heute verabschieden. 🙂

Selbst-Bestimmt

Selbstbestimmt ist so ein Wort, das nach Freiheit schreit – ich entscheide selbst. Ich bin bestimmt.
Doch nur weil ich etwas selbst bestimme , bedeutet es nicht, dass ich diese Entscheidung vollkommen alleine und ohne jegliche Hilfe/Begleitung durchziehe – und mir dann im Nachhinein noch Kommentare wie „Hab ich’s dir doch gesagt“ anhören darf.

Ich kann mich ganz selbstbestimmt vor den Fernseher setzen, in Begleitung meines Freundes – wir sprechen miteinander, und reagieren auch noch auf andere Sachen. Wir sind nicht alleine (außer natürlich ich bin nun mal wirklich allein.).

Selbstbestimmt heißt also nicht, dass das Kind mit seiner Entscheidung allein gelassen wird, oder vor den Tv ‚geparkt‘ wird um die eventuellen Konflikte zu vermeiden.
Ich sitze meist neben meiner Tochter , welche die Sendung kommentiert und ich unterhalte mich dann mit ihr. Natürlich entstehen keine tiefgründigen Diskussionen, warum Minnie gar nicht bei Mickey Maus wohnt , obwohl die doch zusammen sind. Aber ich frage sie was sie sieht – oder sie erzählt es mir und wir kommen dann so ins Gespräch, was wir noch so alles sehen. Wir beschreiben also ein bewegendes Bild, stellen Emotionen fest, lernen Farben und Größen, verschiedene Tierarten – eigentlich ist es, als würden wir ein Bild ausdrucken und es genau studieren.

Und das was ich wichtig finde ist (auch wenn ich es nun schon dreimal schreibe): dass wir es gemeinsam machen.

Selbst bestimmen – das machen wir Eltern doch auch. Ich entscheide, was wir heute machen – würde ich meine Kinder absolut nicht mit einbeziehen und wäre mir ihre Meinung egal.
Doch meine Kinder dürfen mitbestimmen und vor allem selbst bestimmen ob sie XY machen wollen, toll finden oder sonst was.

Selbst bestimmen ist wie die eigene Meinung vertreten. Ich muss die Meinung anderer nicht toll finden, sie aber akzeptieren und respektieren. Genauso wie ich die Entscheidung für XY akzeptiere und respektiere. Meinungen werden diskutiert – aber letzten Endes habe ich keine andere Wahl als dem anderen seine Meinung zu lassen – ob er sie ändert oder nicht, liegt nicht in meinen Händen und schon gar nicht möchte ich jemanden dazu zwingen seine Meinung zu ändern!
Unser Kind ist ein kompetenter Mensch, mit einer eigenen Meinung und einer eigenen Vorstellung, was und wie sie Dinge machen möchten.

 

Eigenständig und Selbstbestimmt – gibt es einen Unterschied?

Ja! Kennt ihr noch das ‚eigenständige Arbeiten‘ aus der Schule? Örks! Ich hasste es! Warum? Weil ich Partnerarbeiten viel lieber mochte. Natürlich kann ich auch alleine arbeiten – aber ob ich das auch will ist ja eine ganz andere Sache.

Eigenständigkeit bedeutet also eine Sache/Tätigkeit alleine machen zu können , egal ob gewollt oder nicht. Hilfe/Begleitung gibt es (meist) nicht.
Selbstbestimmt bedeutet, dass jemand eine Sache /Tätigkeit machen will – egal ob er es alleine kann oder nicht. Hilfe/Begleitung gibt es, wenn gewollt.

„Das kann es doch noch gar nicht bestimmen!“

Und ob es das kann! Genauso wie es auf eine Frage mit Ja oder Nein antworten kann. Genauso wie es entweder deiner Meinung ist oder halt anderer Meinung.

Dein Kind ist eine eigene Person, mit eigenen Bedürfnissen, eigener Meinung und eigenem Willen.

Dein Kind braucht nicht anders behandelt werden , weil es gerade mal 1,275 Jahre alt ist. Dein Kind braucht auch nicht wie „ein kleiner Erwachsener“ behandelt werden, denn die Eltern tragen die Verantwortung.

Ich trage immer die Verantwortung. Auch wenn meine Kinder etwas selbst bestimmen was mir nicht gefällt.

Es ist zu überlegen, warum es mir nicht gefällt. Vielleicht liegt der Kern in meiner eigenen Kindheit? Oder „weil man das so nicht macht“? Besser noch: „weil Kinder das nicht dürfen/sollen“?

Ruth hat es in ihrem Beitrag so treffend formuliert:

„Klar, da haben wir die klassischen Dinge, die ein Kind nicht überschauen kann – ob du dir das fette Eigenheim leisten kannst oder nicht betrifft das Kind, es kann aber nur wenig dazu sagen und erst recht nicht die Entscheidung überblicken mit allen Konsequenzen.

Und die Verantwortung trägt es eh nicht. Das ist aber nochmal ein anderes Thema.

Dinge, die seinen Körper betreffen, aber sollte ein Kind entscheiden. Damit es seine Integrität wahren kann, damit es seine Würde bewahren kann. Das ist aktive Prävention.

Was aber nun, wenn mein Kind sich nicht mehr waschen will? Soll es das einfach entscheiden und ich sage NIX?!

Nein.

Zeig dich. Zeig dich doch mit dem, was dich bewegt. Was du weißt. Gib denem Kind die Informationen. Sei an seiner Seite.

Gib Widerstand. Sag ihm „Ey, ich finde das eklig! Können wir da nicht nen Kompromiss finden?“ Streite.

Und dann entscheidet dein Kind über seinen Körper. Weil es sein Körper ist.“

Es ist also wichtig aktiv beim Kind zu sein, sich auch über solche Sachen zu unterhalten.
Sagen warum ich es nicht supidupi finde, wenn das Kind die fünfte Tafel Schokolade vor dem Dauer laufendem Fernseher essen möchte. Aber: das Kind darf entscheiden, was in seinen Magen kommt und ob es Fernsehen möchte oder halt nicht. (Im übrigen schauen meine Kinder nicht dauerhaft Fernsehen oder essen ausschließlich Süßes. Wenn ich aber natürlich auch nur diese Dinge zur Verfügung stelle, brauche ich mich nicht wundern und darüber aufregen, dass es nicht anders ist.)

Glaubenssätze, die wir verbannen sollten.

„Wenn das Kind immer seinen Willen bekommt, dann kommt es damit nicht zurecht, wenn es mal nicht nach ihm geht.“

Nein, jeder Mensch hat einen Willen – leider wurden den meisten Kindern damals , wie auch oft noch heute, der eigene Wille krampfhaft abtrainiert. Das Kind sollte still und leise folgen und nicht auffallen.
Ein Mensch sollte immer das Recht haben seinen Willen zu bekommen, wenn dieser Wille gerade nicht zu erfüllen geht, dann braucht dieser Mensch von uns eine Menge Empathie und Begleitung in seinem Frust. Denn Wut und Trauer sind in Ordnung und sind wichtige Gefühle, die Begleitung und Beachtung brauchen.

Drehen wir den Spieß mal um: Die Eltern haben ja die Macht und können ganz einfach ihren Willen durchsetzen. Trotz allem kommen wir relativ gut damit klar, wenn wir statt unserem eigenen Willen einen Willen eines anderen Menschen zulassen. Natürlich braucht das einige Übung, da wir Erwachsenen in unserer eigenen Kindheit der Macht unserer Eltern ausgeliefert waren – doch können wir es jederzeit ändern.

Ihr seht also – ein Mensch kann auch damit umgehen , wenn sein Wille nicht erfüllt werden kann, jedoch braucht es Übung, Begleitung und Empathie von Bezugspersonen.

„Fernsehen macht dumm.
Fernsehen macht süchtig.
Fernsehen unterbindet Kreativität und körperliche Aktivitäten“

Auch das stimmt nicht – es kommt wie bei allem auf das ‚wie‘ an.
Wenn ich mein Neugeborenes wortwörtlich jeden Tag, von Anfang an , vor dem Fernseher parke und ihm keinerlei Chance gebe andere Sachen zu machen, da es für ein Baby einfacher ist auf ein sich bewegendes Bild zu starren, dann glaube ich schon, dass jedenfalls letzteres zutreffen kann.

Nun denke ich aber einfach mal, dass jegliche Eltern sich auch um ihre Kinder kümmern, raus gehen, andere Aktivitäten vorschlagen.

Und dann sehe ich Kinder, die auf den Fernseher schauen und nebenbei malen, essen, turnen – also all das, was sie angeblich nicht machen würden, laut Glaubenssatz.

Natürlich mag es Eltern geben, die keinerlei Interesse an ihren Kindern oder Aktivitäten mit ihren Kindern haben – doch das ist Laissez-faire und hat nichts mit dem hier Geschriebenem zu tun.

„Mein Kind würde den ganzen Tag nur fernseh schauen – und im Fernsehen läuft nur verblödendes und Werbung.“

Hier auch wieder: wenn ich nicht in Beziehung mit meinem Kind trete und es solange Fernsehen schauen lasse ohne irgendwie etwas dazu zu sagen -Alternativen anzubieten – , um dann am nächsten Tag zu sagen „Nein, du sitzt ja dauerhaft davor“, dann kann es durchaus passieren, dass genau dieser Glaubenssatz auch eintreten wird.

Werbung kann ich heutzutage auch vermeiden, dank Netflix , Amazon Prime etc. Dort kann ich auch entscheiden was mein Kind schauen kann und was nicht.

(Im übrigen finde ich es persönlich nicht schlimm, wenn mein Kind, oder auch ich selbst, mal eine Phase hat, in der es nicht immer raus möchte sondern auch mal „chillt“)

„Zucker macht Kinder süchtig.“

Zucker kann tatsächlich eine Art Sucht hervorrufen – es ist eine Art Belohnung für das Belohnungssystem für unser Gehirn.

Aber – und hier kommt ein riesiges aber – auch hier brauche ich nicht sehr verwunderlich sein, wenn ich keinerlei andere Sachen anbiete.
Meine Kinder essen gerne Schokolade, genauso wie sie oft genug Birnen, Äpfel, Gurken, Bananen etc essen. Ich biete ihnen also auch immer gesunde Alternativen an – wonach sie greifen, ist ihre Entscheidung (hier sei auch gesagt, dass ich Süßigkeiten nicht offen hier stehen habe, sondern in einer Schublade. Erstens weil ich es einfach nicht mag und zweitens, weil wir einen großen Hund haben und ich nicht riskieren möchte, dass er Schokolade o.ä. frisst.)

„Bei hohem und regelmäßigem Haushaltszuckerkonsum und mangelnder Bewegung entsteht ein Teufelskreis. Alles, was wir an zugeführtem Zucker nicht verbrennen (durch Bewegung), wird im Körper als Fett gespeichert.“ Quelle Focus

Hier ist also eines entscheidend : körperliche Aktivität (und jedes Kind hat einen Bewegungsdrang) und in Maßen und nicht in Massen. Wenn ich also -übertrieben – fünf Tonnen Süßigkeiten Zuhause habe, kann ich nicht erwarten, dass mein Kind pro Tag 25 Gramm isst.

Wir persönlich kaufen nicht viele Süßigkeiten, aber das was da ist, darf natürlich auch verzehrt werden. Dabei ist es mir persönlich egal ob alles an einem Tag vernichtet wird, oder jeden Tag ein bisschen.

Alleine schon dadurch, dass wir einen Hund haben, bekommen wir alle genug Bewegung und frische Luft.

Also bei diesen Glaubenssätzen hängt vieles einfach davon ab, wie ich mit meinem Kind in diesen Situationen umgehe. Ignoriere ich es in der Zeit, dann kann es durchaus sein, dass das Kind mit weniger Bewegung und Kreativität vor dem Fernseher sitzt und nach Süßigkeiten greift.

Selbstregulation geht nur, wenn wir es wirklich zulassen!

Selbstregulation mag uns nicht immer gefallen – denn wir haben ja eine gewissen Vorstellung davon, wie wir gerne hätten wir das Kind sich entscheidet.

Doch genau da liegt der Knackpunkt: Vertrauen gewinnen. Unsicherheit ablegen.

Wenn ich möchte, dass sich meine Kinder in sämtlichen Bereichen selbst regulieren, dann darf ich kein Ziel haben. Wenn ich ein bestimmtes Ziel habe (zB dass mein Kind nach zwei Stücken Schokolade erkennt, dass es reicht.) dann habe ich schon zu hohe Erwartungen und werde direkt enttäuscht.

Ich brauche nicht denken, dass meine Kinder immer um 18 Uhr ins Bett gehen – ganz selbstbestimmt – wenn es eigentlich eine Erwartung, ein zu erfüllendes Ziel ist.

Denn wird meine Erwartung nicht erfüllt, dann bin ich misstrauisch, enttäuscht und zweifle an der Kompetenz meines Kindes, dass es sich nicht selbst regulieren kann.

Doch das kann es – nur halt nicht nach meinen Erwartungen.

Co-Regulation

Co-Regulation ist wie Co-Sleeping.
Es ist die Begleitung und Hilfe für etwas – beim Co-Sleeping logischerweise das Schlafen.

Bei der Co-Regulation kann es um das Fernsehen, Schlafen, Süßigkeiten essen oder sonst was gehen.
Wir können unseren Kindern dabei helfen, sich selbst zu regulieren, wenn sie es gerade nicht alleine schaffen, weil sie z.B. schon „über dem Punkt hinaus sind“.
Wenn ich weiß, dass mein Kind bei ‚zu viel‘ Zucker überdreht und sich nicht sehr gut selbst regulieren kann, dann kann ich meinem Kind helfen, indem ich weniger Süßes kaufe, süße Alternativen anbiete, gesunde Lebensmittel selbst mache (wie z.B. eine gesunde Nuss-Nougat-Creme).

Anlügen und Erpressen als Co-Regulation?!

Definitiv sind diese Methoden einfach nur Machtvoll und Erniedrigend.
Das Kind anzulügen (dass der Fernseher/Tablet etc nicht funktioniert oder keine Süßigkeiten im Haus sind) nur damit ich meinen Willen bekomme, ist für mich definitiv die falsche Strategie und absolut nicht wertschätzend.

Auch Erpressen (Wenn du nicht erst dein Zimmer aufräumst, dann darfst du heute kein Fernsehen.) ist eine Art der Gewalt – niemand möchte so behandelt werden. Genau wie Manipulation – an Bedingungen geknüpfte Entscheidungsfreiheit – wie z.B. „Wenn du noch Zähne putzt, dann darfst du noch Fernsehen/länger aufbleiben.“

Co-Regulation ist ’nur‘ Hilfe anbieten, wenn diese abgelehnt wird, dann müssen wir dies akzeptieren. Anders dagegen ist Fremdregulation, in der über die Bedürfnisse des Kindes hinweg gesehen wird und das Kind keine Entscheidungsfreiheit hat.
Es geht z.B. zu einer bestimmten Zeit ins Bett, darf keinen oder nur wenig Fernsehen schauen, kein oder nur wenig Süßes essen, anziehen, was die Eltern wollen etc.

Bei Fremdregulation können viele Kinder sich selbst nicht mehr spüren. Wissen also ihre eigenen Bedürfnisse irgendwann gar nicht mehr, brauchen später viel Co-Regulation, da ihnen die Kompetenz der Selbstregulation abgesprochen wurde.  Es bringt den Menschen in eine Art Abhängigkeit – jemand, der ihm immer sagt, wann es zu viel wird.

Oft wird Fremdregulierung mit Angst gerechtfertigt, oder dass ihr Kind nun mal sich nicht selbst regulieren kann. Die Erfahrung wird auch oft in den Vordergrund geschoben und macht das Kind insgeheim weniger Wert.

Ich weiß ja, wie es sich anfühlt, wenn man den ganzen Tag TV sieht.“
Ich weiß , dass kalte Hände irgendwann weh tun können.“
Ich weiß, dass andere reden könnten, wenn mein Kind nur XY trägt.“
Ich weiß, dass ich morgen müde sein werde, wenn ich zu spät ins Bett gehe.“

 

Fazit

Selbstbestimmung ist ähnlich wie die eigene Meinung vertreten. Ein Mensch sollte über seinen eigenen Körper selbst bestimmen dürfen, damit dessen Integrität gewahrt wird.

Ein Kind, welches selbstbestimmt Fern sieht oder Süßigkeiten isst – in Begleitung der Eltern – sitzt keine 24h wie gelähmt auf der Couch.

Anders als bei Fremdbestimmten Kindern, welche kaum bis gar keine Entscheidungsfreiheit haben – sie können sich dann nicht selbstregulieren und sind (meist) sehr gefesselt vom Programm.

Wir müssen uns reflektieren – warum wir den Glaubenssätzen trauen, unseren Kindern ihre Kompetenzen absprechen und uns von unseren Ängsten leiten lassen.

Wir brauchen mehr Vertrauen zu uns und in unsere Kinder.

Mehr Beziehung statt Erziehung – mehr miteinander statt gegeneinander.

Porridge – Frühstücks- & Abendbrei Rezept

Schon seit geraumer Zeit habe ich den Wunsch euch mein Rezept von meinem Frühstücks-/Abendporridge vorzustellen – denn es ist einfach so lecker, das möchte ich euch nicht vorenthalten.

Meine Kinder lieben diesen Porridge – ich selbst natürlich auch, vor allem in der kalten Jahreszeit ist ein warmes Frühstück einfach toll.

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Porridge

porridge

Zutaten (zwei kleinere Portionen)

  • 200ml Milch (Mandelmilch ist hier beliebt)
  • 1 Esslöffel Agavendicksaft, Agavensirup oder Honig
  • 4 leicht gehäufte Esslöffel Haferflocken
  • 1 Teelöffel Zimt (optional)
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt (optional)
  • 2-3 Esslöffel Saft (optional)

Zubereitung

  1. Milch in einem Topf erwärmen
  2. Agavendicksaft zugeben und verrühren bis es sich aufgelöst hat (bei Honig wichtig.)
  3. Haferflocken, Zimt und Vanilleextrakt zugeben und verrühren. Einige Minuten auf mittlerer Stufe kochen lassen.
  4. Vom Herd nehmen, Saft unterrühren und abkühlen lassen. Vor dem Umfüllen in Schälchen nochmals umrühren.

Tipp: Ein Holzlöffel über dem Topf gelegt, verhindert , dass es überkocht.

Natürlich könnt ihr auch noch frisches Obst wie z.B. kleine Apfelstücke, Heidelbeeren o.ä. zufügen. Dies ist meine Variante und dem kann noch vieles weitere zugefügt werden – wir mögen es so am liebsten. 🙂

 

Entschleunige dein Leben mit SlowFamily | Verlosung

Hallo ihr lieben Menschen da draußen! 🙂
Heute gibt es wieder ein Gewinnspiel – lieber spät als nie – und zwar habe ich hier noch ein Exemplar von Slow Family liegen, welches ganz ganz dringend unter Menschen muss!

Ihr wisst nicht was Slow Family ist?

Ganz einfach: Tipps und Tricks, wie jeder sein Familienleben entschleunigen kann. Was die Möglichen Gründe für Nicht-Kooperation sind und wie wir am besten – also Stressfrei – darauf reagieren können.

Wenn du die komplette Rezension lesen möchtest, dann klicke einfach hier.

Teilnahmebedingungen:

  1. Dein Wohnsitz sollte innerhalb Deutschlands oder Österreich sein.
  2. Kommentiere warum du gerne dieses Buch haben möchtest
  3. Abonniere meinen Newsletter (optional) , damit du auch benachrichtigt wirst, falls du gewonnen hast.

Mit diesen drei einfachen Schritten/Überlegungen was auch immer, nimmst du an meinem Gewinnspiel teil. Ich wünsche dir viel Glück 🙂

Schaut auch gerne noch bei Phinabelle und Mamaz vorbei, dort laufen auch noch Gewinnspiele.


Das Gewinnspiel vom 05. Dezember lose ich gleich im Anschluss aus – dem Gewinner/der Gewinnerin werde ich dann eine Mail zukommen lassen – behaltet also eurer Mailfach im Auge.

Übrigens werdet ihr auch per Newsletter über neue Gewinnspiele informiert (da ich sie nicht mehr bei Facebook teilen werde/kann) und auch über Themen rund um Unerzogen, bindungsorientierte Elternschaft, Organisation etc.

Eure Lisa

Die Angst vor Selbstbestimmung

Meine Kinder dürfen selbstbestimmt fernseh gucken, Süßigkeiten essen und schlafen gehen.

Und gerade überlegte ich, warum so viele Eltern ,oder auch nicht-Eltern , etwas gegen diese Art von Selbstbestimmung haben.

Die letzten Tage oder eigentlich Wochen, schaut meine knapp 2,5 jährige viel TV. Oft so viel, dass ich an meiner Einstellung zu diesem Thema zweifle – doch wie eben erwähnt, habe ich nachgedacht.

Selbstbestimmt fern schauen , das ist doch gar nichts schlimmes.

Es wäre doch wie: selbstbestimmt spielen, malen, basteln , lesen, klettern , Quatsch machen, lachen, weinen, wasauchimmer.

Wenn selbstbestimmtes Fernseh gucken schlecht ist – was ist dann am bestimmten malen, basteln etc. gut?

Wieso sind all die Sachen gut, die wir wollen , dass sie unsere Kinder machen?

Wieso soll mein Kind malen – damit wir sagen können „Toll, du malst ja!“ ?

„Fernsehen verblödet. Die Kinder sitzen ja nur davor und machen nichts.“

Stimmt nicht.

Das Gehirn arbeitet durchgehend – auch beim malen, lachen, toben etc.

Natürlich ist es einfacher gesagt, dass Kinder etwas lernen, wenn man selbst dann auch ein Ergebnis (z.B. ein buntes Bild) sieht. Doch müssen alle Aktivitäten , die mein Kind hat, einen Nutzen bringen? Muss mein Kind dauerhaft etwas lernen und Ergebnisse dessen vorzeigen können – oder darf es auch einfach Mensch sein und mal vor der Glotze hängen, wie Muddi und Vaddi es Abends auch machen?

Viele Menschen – wenn auch nicht alle – sind dafür, dass die Kinder nicht extra gefördert werden brauchen. Und ja, da geh ich voll mit!

Doch wieso müssen sie dann in den Augen der Eltern nur pädagogisch wertvolle Aktivitäten machen? Wieso wird so hartnäckig auf dieses „Es soll ein Kind bleiben“ gepocht? Ist mein Kind nur ein Kind, wenn es draußen und drinnen spielt, läuft , malt, lacht, bastelt , badet, Unsinn macht?!

Mein Kind ist auch ein Kind, wenn es wie zig andere Menschen mal vor dem Fernseher hängt als über einem Buch oder einem leeren Blatt  Papier.

Mein Kind wird noch genügend leere Blätter mit Farbe füllen, noch genug Experimente in der Natur oder in Mamas Küche vollbringen – doch mein Kind darf nicht nur Kind sein, sondern auch Mensch. Und in unserer jetzigen Zeit gibt es auch den Fernseher,Tablets, Handys und ich weiß nicht was noch.

Ein Kind braucht nicht nur pädagogisch wertvolle Dinge machen. Wo bleibt der Spielraum zwischen Kind zu sein und Kind sein zu müssen?

Wenn in mir die Aussage aufkommt: „Kinder sollten keinen TV schauen“ – dann frag ich mich, wieso denn nicht?

Wieso sagen wir einerseits, dass Kinder gleichwürdig behandeln werden sollen, aber andererseits dürfen sie nur Kind sein?

Wieso sind die o.g. Dinge nur Kindgerecht? Darf ein Kind nur diese Sachen machen um den Status „Kind“ zu tragen?

Ist es nicht viel wichtiger, dass wir unser Kind nichts als Kind, sondern als Menschen sehen? Meine Kinder tragen den Status „Mensch“ und brauchen nicht „Kind sein“ – es erfreut mich, wenn sie einfach Mensch-sind. Wenn sie leben. Wenn sie gleichwürdig behandelt werden – in allem und nicht nur in pädagogisch Wertvollem.

Wovor haben wir Angst? Das unser Kind „dumm“ wird? Das unser Kind nicht mehr malen will – so wie wir es gerne hätten – sondern das tut, was es gerade möchte, nämlich Fernsehen schauen?

Es ist für mich so kontrovers , wenn gesagt wird, dass wir unser Kind gut so finden , wie es ist – und andererseits wollen wir es so formen , wie wir denken, das ein Kind so sein muss. Verspielt, kreativ, von morgens bis abends in Bewegung – da passt der Fernseher natürlich nicht mit ins Bild.

Doch ich bin der Meinung, dass ein gleichwürdiges Zusammenleben nur funktioniert, wenn wir unseren Kindern diese Gleichwürdigkeit in allen Bereichen des Lebens zusprechen – und nicht nur in den Bereichen, die wir für das Kind-sein als ideal empfinden.

Was meint ihr denn? Teilt ihr meine Ansicht zu diesem Thema? 

Laissez-faire – das solltest du wissen!

Ich habe mich dazu entschieden eine ganz Blogreihe zu verschiedenen Erziehungsstilen und auch dazugehörigen Themen zu machen.

Die ersten zwei Beiträge zu Selbstbestimmt, AP & Unerzogen und Erziehung sind bereits erschienen.

Heute widme ich mich dem Laissez-faire (franz. und bedeutet „Lass sie machen“) , denn es wird sehr oft gleichgestellt mit Unerzogen – diesem Irrglauben möchte ich heute etwas Klarheit verschaffen.

Was ist Laissez-faire?

Laissez-faire ist ein Erziehungsstil , bei dem das Kind sich selbst überlassen wird und die Eltern die „Lass sie machen, mir egal“- Haltung einnehmen.

Dieser Erziehungsstil wird (zurecht) stark kritisiert, da ein Kind eine gewisse Begleitung seitens der Eltern benötigt. Zudem übertragen die Eltern ihre Verantwortung voll und ganz auf das Kind.

Laissez-faire kennt keine Grenzen – weder die Grenzen eines Lebewesens, noch die Grenzen, die ein Mensch willkürlich aufgestellt hat.

Eltern, die ihre Kinder mit Laissez-faire aufziehen, vernachlässigen (im schlimmsten Fall!) ihre Kinder.

Was passiert mit Kindern, die so aufwachsen?

Da diese Kinder eher selten bis gar keine Beziehung zu ihren Bezugspersonen (Eltern) aufbauen konnten, fällt es ihnen auch im weiteren Leben schwer, sich auf eine Beziehung einzulassen.

Es findet sozusagen eine emotionale Überbelastung statt.

Auch neigen Kinder bzw später dann als Erwachsene , zu Diebstählen und Alkohol- und Drogenkonsum – da sie in ihrer Kindheit keinerlei Grenzen oder Gefahren/Verstöße/Gesetze mitgeteilt bekommen haben.

Auch in der Schule oder später im Berufsleben, sollen Kinder , welche mit Laissez-faire aufgewachsen sind, Probleme haben sich ‚einzufügen/anzupassen‘ , da sie aus dem Elternhaus keinerlei Grenzen und Regeln beachten mussten – Mit Grenzen und Regeln können auch, wie bei Unerzogen, die persönlichen Grenzen und ‚überlebenswichtigen‘ Regeln gemeint sein, um direkt das Vorurteil zu entschärfen, dass Unerzogene in der Schule nicht klar kommen werden.

Laissez-faire ist Unerzogen – Stimmt das?

Wenn ihr bis hier her gelesen habt und auch meinen oben verlinkten Artikel gelesen habt, dann sollte euch jetzt klar sein, dass Laissez-faire und Unerzogen sich sehr sehr deutlich unterscheiden.

Laissez-faire steht dafür, die Kinder sich selbst zu überlassen – keinerlei Grenzen zu zeigen und alles eher passiv mitzuerleben.

Unerzogen steht dafür, dass das Kind so sein kann, wie es ist. Die Eltern treten mit dem Kind in Beziehung. Die persönlichen Grenzen werden akzeptiert und toleriert. Es findet Kommunikation statt, das Kind wird begleitet – und was wirklich wichtig ist: die Verantwortung ist und bleibt bei den Eltern.

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