Die Welt retten – geht das überhaupt?

Der Klimawandel und deren Versuch zur ‚Rettung‘ der Welt ist in aller Munde – aber geht das überhaupt?
Auf Fleisch und andere tierische Erzeugnisse verzichten, auf Billigflüge (oder allgemein das Fliegen) verzichten und hier und da an tollen Spenden teilnehmen, die doch für das Gute sind. Oder? Das alles bringt doch ganz viel schon. Nicht wahr?

Ja. Es bringt was. Aber nicht genug.
Auf der Welt leben ca 7,75 Milliarden Menschen (Stand 2019) und viele hundertausende Menschen sind da sicherlich nicht mitgezählt aus diversen Gründen.

Es gibt viele erwachsene Menschen, die möchten jetzt sofort etwas ändern. Ernährung ändern, Einkaufsstil ändern. Andere Menschen zwingen, es ihnen gleich zu tun. Vorwiegend die eigenen Kinder, denn die können ja nicht anders, als mitzuziehen.

Was genau daran Mist ist? Einiges.
Zum ersten natürlich, dass es erstmal Aufklärung benötigt. Für alle Menschen, vor allem für Erwachsene. Denn es reicht nicht jetzt nur noch Obst, Gemüse und vegane/vegetarische Ersatzprodukte zu konsumieren.

Tipp: kauft saisonal/regional ein. Versucht auf Plastik beim Einkauf zu verzichten – wenn es nicht geht, dann geht es nicht und auch das ist in Ordnung. Die Welt wird nicht morgen untergehen, nur weil du nicht von heut auf morgen komplett auf Plastik verzichten kannst. Respekt an alle, die in einer Gegend wohnen, in der es möglich ist, komplett Plastikfrei auszukommen. Aber dieses Privileg haben nicht alle.

Warum saisonal und regional?
Im Supermarkt ist euch sicher aufgefallen, dass es eine unglaubliche Anzahl an Gemüse- und Obstsorten gibt, die es 1. gar nicht in Deutschland gibt und 2. gar nicht zu einer bestimmten Jahreszeit.
Z.B. Tomaten oder Gurken – im Winter kommen sie extra aus Spanien.
Drachenfrucht kommt aus Vietnam. Vieles kommt aus den USA oder von sonst wo her.
Hier findet ihr einige Listen, was wann Saison hat.
Ebenso gibt es hier alternative ‚Superfood‘-Lebensmittel, die gesund und günstig sind.

Einen weiteren ‚Trend‘ den ich persönlich beobachten kann, ist, plötzlich alles in Bioqualität einzukaufen. Bio ist nicht gleich Bio, es gibt da einen ganzen Haufen zu beachten. Ebenso muss auch nicht ausschließlich alles in Bio gekauft werden. Mal ganz davon abgesehen, dass auch hier nicht alle das Privileg haben um alles in Bioqualität (und da reden wir von Marken wie Rapunzel etc nicht Aldi , Lidl Bio) zu finanzieren. Und da braucht auch niemand den Zeigefinger heben oder etwas anderes belehren. Es muss auch niemand noch mehr verzichten um den Ansprüchen anderer zu genügen.

Da wären wir beim Thema Flüge reduzieren oder gar abschaffen – dann bleibt der ständige Flugverkehr (und auch Schiffsverkehr!) wodurch Lebensmittel (die Menschen in deren Ländern sicher mehr benötigen als wir) nach Deutschland (oder auch andere Länder) gebracht wird. Und somit bleibt das Problem. Es ist halt ein kratzen an der Oberfläche.

Mehr zu Fuß gehen, weniger Autos nutzen.
Ja, auch das geht. Aber auch nicht bei allen – ich grüße alle Dorfbewohner, die ohne Auto ziemlich aufgeschmissen sind.
Wir sind auch hier beim Thema : „Wenn ich das kann, dann kann das doch jeder!“.
Nö. So einfach ist es leider nicht immer. Es geht nicht darum eine Rutsche runterzusegeln, sondern auf eine Art der Fortbewegung zu verzichten, auf die eine Vielzahl der Menschen einfach angewiesen ist.
Wer zu Fuß gehen kann und möchte – der tut es.
Wer nicht, der nicht.

Mag kacke sein, ist es sicher auch. Gibt aber viel größere Kacke die über all dampft und vor denen wir unsere Augen verschließen.

Andere Menschen bei der eigenen Lebensstil-Wandlung zwingen mitzumachen ist genauso wie Menschen eintrichtern zu wollen, der Klaps auf den Po wäre keine Gewalt. Kann klappen, tut’s meistens nicht. Zwang ist genauso Gewalt wie der ach so harmlose Klaps.
Wenn ihr jemanden von eurem Lebensstil überzeugen wollt, dann lebt vor. Zeigt Alternativen an. Aber wenn all das abgelehnt wird: akzeptiert es, egal wie blöd ihr das findet. Blöd ist es halt auch, wenn sich jemand andauernd in euer Leben einmischt und meint, dass ihr ja absolut alles falsch macht und doch mal ans Klima denken müsst. Auch Kinder dürfen entscheiden, wenn sie gerne Fleisch essen wollen oder den Joghurt in der bunten Verpackung. Vielleicht lässt sich euer Kind auf einen Kompromiss ein, oder auf eine Alternative. Wenn nicht, dann ist es so.

Tipp: Wenn ihr z.B. auf Nestlé Produkte verzichten möchtet, gibt es hier eine kleine Liste von den Firmen, die Nestlé mittlerweile gekauft hat und weshalb es nicht zu unterstützen ist.
Wenn euer Kind also nun etwas von Nestlé haben möchte , könnt ihr eurem Kind erklären warum ihr Nestlé nicht unterstützen möchtet und schaut nach Alternativen. Zu sagen „Nein, gibt’s nicht.“ ist einfach, aber nicht sinnvoll und respektvoll gegenüber anderen Menschen.

Meiner Meinung nach sollte vor allem drauf geachtet werden, was für Produkte gekauft werden. Jemanden zu unterstützen, obwohl viele viele andere Menschen darunter leiden, kommt für mich nicht in Frage. Natürlich kaufe ich nicht perfekt ein. Um ‚perfekt‘ geht es auch gar nicht. Es geht eher darum, achtsam zu sein. Brauche ich alles, was ich einkaufe? Kann ich etwas besserer kaufen? Kann ich es ggf selber herstellen? Aller Anfang ist schwer.. und alles von jetzt auf gleich umzustellen ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich könnte noch unendlich viele Themen aufschreiben, aber was ich eigentlich sagen möchte: kleine Schritte bringen etwas. Versucht nicht andere Menschen von eurer Meinung zu überzeugen, sondern versucht aufzuklären, wenn jemand aufgeklärt werden möchte.

Die Welt hat so unglaublich viele Baustellen, an denen wir kaum etwas ändern können. So sehr wir auch wollen. Es gibt so viel Hass und Ungerechtigkeit und Ausbeutung auf dieser Welt, von denen die meisten nichts ahnen oder es sich kaum ausmalen können – auch ich nicht.

Versucht nicht, alles in eurem Leben heute zu ändern und im Leben eurer Kinder und anderen Mitmenschen. Vorleben, recherchieren, ausprobieren, Ersatz finden (falls Ersatz gebraucht wird). Es ist ein kleiner Schritt, für eine riesen große Welt.

Zum Abschluss möchte ich euch einen Artikel, eine Studie von Dr. oec. troph. Karl von Koerber , hier zum lesen da lassen. Es geht vorwiegend um die Ernährung, aber halt darum, warum saisonal, regional und auch pflanzliche Ernährung ‚besser‘ für die Zukunft ist, als das umhergeschiffe von tropischen Obstsorten und dem extremen Fleischverbrauch, der in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat.
Zum Artikel hier klicken.

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