Warum es keine liebevolle Erziehung gibt

Liebevolle Erziehung soll zu glücklichen Kindern führen, so versprechen es viele Artikel.
Doch, was bedeutet ‚liebevoll‘ im Zusammenhang mit Erziehung? Was bedeutet überhaupt Erziehung?

Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Brezinka formuliert:

„Unter Erziehung werden Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Dispositionen anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Bestandteile zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten“ (Quelle: Wikipedia)

Ich habe hier schon einmal ausführlicher darüber geschrieben, was Erziehung ist und bedeutet.

Liebevoll als weitere Methode?!

Liebevolle Erziehung bedeutet also Methoden, logische Konsequenzen etc schön zu verpacken.
Denn als erziehendes Elternteil habe ich gewisse Erwartungen an mein Kind. Gewisse Pläne für die Zukunft meines Kindes.

„Ich will doch nur das Beste für mein Kind.“

„Ich möchte es doch nur auf die Zukunft vorbereiten.“

„Lieber ich erziehe mein Kind, als dass es in der Zukunft von jemandem erzogen wird (werden muss).“

„Ich muss meinem Kind etwas beibringen, ansonsten lernt es XY ja nicht und hat in der Zukunft arge Probleme.“

All diese Sätze sind ‚liebevoll‘ verpackt um Erziehung zu rechtfertigen.

Doch es gibt keine ‚liebevolle‘ Erziehung. 

Liebevoll einen Menschen so formen, wie die Eltern es wollen – das geht nicht. Formen, Machtausübung, Grenzüberschreitung – all das kann und wird nicht liebevoll sein.

Erziehung formt. Erziehung lässt einen Menschen nicht so , wie er ist, dieser Mensch wird manipuliert, damit er so ist, wie andere es für richtig halten.
Viele Eltern bezeichnen ihre Erziehung auch als liebevolle Erziehung, wenn z.B. Lange gestillt wird, es ein Familienbett gibt und/oder getragen wird.

Tatsächlich haben diese Dinge nichts mit Erziehung zutun , sondern mit der Lebenseinstellung .

Außer natürlich, ich lasse die Kinder nur im Familienbett schlafen um zu erreichen, dass die Kinder sehr früh schlafen – also um ein Ziel mit einer Handlung zu erreichen.

Es gibt kein ‚liebevolles‘ ausschimpfen, kein ‚liebevolles‘ nachäffen, weil das Kind undeutlich gesprochen hat. 
Es gibt keine liebevollen , absolut logischen Konsequenzen, kein liebevolles manipulieren, kein liebevolles aufzwingen.
Es gibt keine liebevollen, willkürlichen Grenzen, keine liebevolle Gewalt, keine liebevollen Machtkämpfe.

Was es gibt sind liebevolle Handlungen , liebevolle Kommunikation, liebevolles Miteinander. Liebe.

Ob liebevoll, streng, konsequent..

… es ist und bleibt das gleiche: Erziehung.

Und dabei ist es egal, ob ich sonst ganz liebevoll reagiere oder mich selbst als streng und konsequent betitel – bei (willkürlicher) „Grenzüberschreitung“ und Regelverstößen reagieren erziehende Eltern nicht liebevoll. Es gibt Strafen, ‚logische‘ Konsequenzen, strenge, (physische und/oder psychische) Gewalt, persönliche Grenzen werden überschritten, Machtkämpfe werden ausgeübt, das Kind wird erniedrigt etc.

„Man muss das Kind beim Namen nennen“

Wenn mich jemand fragt, wie sich mein ‚Erziehungsstil‘ nennt, antworte ich, dass wir unerzogen leben, es kein ‚Stil‘ ist sondern eine Lebenshaltung.

Würde ich erziehen, würde ich es genau so sagen: „Ich erziehe.“ Es macht für den Menschen keinen Unterschied, ob nun noch „streng, liebevoll, inkonsequent, konsequent“ oder sonstiges ranzuhängen. Es hört sich zwar mit positiven Adjektiven direkt besser an – jedoch macht es Erziehung nicht besser. Erziehung bleibt gleich.

Genau wie ein Geschenk auch das gleiche bleibt, egal ob ihr es in hochwertiges, hübsches Geschenkpapier einpackt oder in einfaches, braunes Packpapier. Es macht es interessanter, aufregender – aber nicht besser oder anders.


Ich möchte damit nicht sagen, dass erziehende Eltern ihre Kinder nicht lieben oder nicht „das Beste“ für ihre Kinder wollen – das ist etwas komplett anderes und steht auch gar nicht zur Debatte. 


Eure Lisa 

3 Kommentare

  1. Ich finde es gut wie du es hier schreibst und teile deine Ansicht voll und ganz. Ich lebe mit meinen 3 Kids auch so oder versuche es zumindest,denn manchmal erwischt man sich doch wieder beim Erziehen,denn man wurde ja selbst als Kind so geprägt. Es ist gut sich deine Sichtweise immer wieder bewusst zu machen. Bzw. auch aus Kindersicht die Dinge zu sehen.

  2. Tut mir leid, aber was Du schreibst ist völliger Quatsch. Erziehung hießt nicht ausschimpfen, nachäffen, logische Konsequenzen, manipulieren, aufzwingen, Gewalt oder Machtkämpfe wie Du es beschreibst. Erziehen bedeutet das vermitteln von Werten wie zum Beispiel der Respekt vor anderen Menschen oder Tieren, das Wecken von Empathie. Unter Erziehung versteht man die pädagogische Einflußnahme auf die Entwicklung und das Verhalten Heranwachsender. Und die kann sowohl liebevoll sein!

    Und besonders Deinem Satz „Erziehung bleibt gleich.“ muss ich vehement widersprechen. Denn wäre dem so, würden wir alle nur noch stereotypisch handeln. Hier greife ich Deine These auf „Erziehung formt. Erziehung lässt einen Menschen nicht so , wie er ist, dieser Mensch wird manipuliert, damit er so ist, wie andere es für richtig halten.“ Wenn Erziehung gleich ist und wir gleich geformt werden, warum gibt es dann so viele unterschiedliche Menschen?

    Leider habe ich mich von Deiner Überschrift blenden lassen. Denn Dein Text bleibt weit hinter meiner Erwartung zurück. Und ist meiner Meinung völlig haltlos…

    1. Hallo,

      Ich kopiere dir gerne einen Satz, der für dein Zitat steht:

      „Ob liebevoll, streng, konsequent..
      … es ist und bleibt das gleiche: Erziehung.“

      Daher auch: Erziehung bleibt gleich. Erziehung bleibt Erziehung, egal ob ich von mir selbst sage, ich erziehe liebevoll, streng oder sonst wie.

      Dort steht nicht „alle Menschen bleiben gleich“, da stimme ich dir zu, dass dies völliger Quatsch wäre. Jedoch habe ich dies ja nicht geschrieben. Jedes Elternteil erzieht sein Kind „anders“ , trotzdem ist und bleibt es die „gleiche“ Erziehung. Es _ist_ ja nun mal Erziehung.

      Vielleicht magst du einfach das nächste Mal keine Erwartungen an jemanden haben, dann kannst du nicht enttäuscht werden , sondern eben positiv oder negativ überrascht werden. 🙂

      Aber ich akzeptiere natürlich deine Meinung und stehe aber weiterhin auch zu meiner.

      Aber noch ergänzend: mir sind Eltern wirklich lieber, die sagen „ich erziehe liebevoll / auf Augenhöhe etc“ und auch so leben als Menschen , denn diese Kinder werden jedenfalls (hoffentlich) nicht als Tyrannen gesehen und erleben (hoffentlich) keine Strenge , auf die ja doch so viele Eltern pochen.

      Liebe Grüße! 😊

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