Wenn es einem nicht mehr gut geht.

Ich liege, wie jeden Abend , im Bett.
Die Kinder laufen rum , ich bin am Handy – wie den ganzen Tag.

Das geht nun schon seit einigen Wochen so.

Die meisten Tage verbringe ich auf dem Sofa , das Handy in der Hand. Abwesend und doch Anwesend.

Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten wie Essen kochen (oder zumindest drüber nachdenken was man kochen will) und Windeln wechseln fallen mir schwer. Bis ich mich dazu aufraffe vergehen wieder einige Stunden.

Ich sage immer , ich habe keine Zeit zum Schreiben, zum nähen und all das, was meine Arbeit so betrifft.

Doch – was mache ich denn? Ich sitze rum und mache nichts. Bin den ganzen Tag müde, schlaff, genervt und versuche zu überleben.

Ja – einige könnten jetzt sagen „Das liegt am Stillen“ , nein, ich stille unglaublich gerne. Das verlangt keine körperliche Kraft. Wenn ich daran denke, dass ich aufstehen müsste um Fläschchen zu zubereiten – Schwerstarbeit , so stelle ich mir das jetzt vor.

Ich lächle meiner Tochter zu – muss gleichzeitig die Tränen wegdrücken, die ich nicht zeigen möchte.

Mir geht es nicht gut. Schon lange nicht.

Kommentare wie

“ Das liegt am Wetter, das liegt am Stillen“ – ich kann es nicht mehr hören.
Es kann die Sonne den ganzen Tag scheinen und ich möchte nichts machen.

Somit verbringen wir auch an schönen Tagen die Zeit drin.

Wieso schreibe ich das?

Ich habe den Beitrag von Frau Raufuss gelesen , auf Twitter nach postpartalen Depressionen gefragt .

Vielleicht möchte ich es einfach niederschreiben – reden kann ich darüber nicht. Das Gefühl nicht verstanden zu werden kommt schon vorher hoch.

Vielleicht geht es mir bald besser. Vielleicht auch schlechter.

Wer weiß das schon..

Vielleicht versteht ihr nun , warum es hier zur Zeit ruhiger zu geht.
„Ich habe keine Zeit“, steht vielleicht einfach für „ich habe keine Kraft, mir geht es nicht gut“.

Es tut mir Leid für all die, die sich von mir gerne öfter einen Post wünschen – ich kann es zur Zeit nicht.

25 Kommentare

  1. Liebe Lisa, ich kann gerade nicht viel schreiben. Aber ich möchte dir sagen, dass ich an dich denke! Und dir ganz viel Kraft wünsche! Du wirst dir sicher Hilfe suchen (es gibt gute Beratungsstellen und wenn es ganz schnell und unkompliziert gehen muss, sprich mit einer Pfarrerin, die sind Profis für sowas). Ich drücke dich! Anni

  2. Liebe Lisa,

    bitte hol dir Hilfe – nicht nur dir sondern auch und vor allem deinen Kinder zu liebe!!! Ich weiß, dass du eine gute Mutter sein möchtest und momentan eine schwierige Zeit hast. Da ist es absolut verständlich, dass so ein Tiefpunkt kommt. Lass dich nicht unterkriegen und setz dich nicht zu sehr unter Druck.

    Alles Liebe,
    Hanna

  3. Ich würde dir raten, baldmöglichst einen Psychiater aufzusuchen.Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn du zumindest vorübergehend auch Antidepressiva nehmen würdest. Es gibt nämlich auch welche, die man in der Stillzeit nehmen kann. Wenn sich deine Depressionen nicht bessern, würde ich evtl. auch eine ambulante Psychotherapie machen. Leider ist es aber sehr schwer, zeitnah einen Therapieplatz zu bekommen. Die meisten Therapeuten haben Wartezeiten zwischen 6 Monaten und einem Jahr, was meines Erachtens viel zu lang ist. Es wäre aber auf alle Fälle wichtig, dass du dir professionelle Hilfe suchst. Alleine wirst du nämlich aus diesem Loch nicht herauskommen.

    1. Wenn du eine Depression hast, dann reagieren gewisse Mechanismen in deinem Gehirn nicht mehr richtig. Serotonin wird von den Rezeptoren zu schnell wieder aufgenommen und macht dich – vereinfacht gesagt – durch diesen Mangel unglücklich. Das ist eine Erkrankung wie eine Grippe.

      1. Es gibt viele stillverträgliche Antidepressiva, kein Arzt kann einen zum Abstillen zwingen, auch wenn viele etwas anderes behaupten. In der Regel gibt es immer verträgliche Alternativen.

        Z.b.Imipramin,Nortriptylin,Sertralin,Amitriptylin

        Nähere Informationen erhälst du auf Embryotox.
        Auch bei Schatten & Licht kann einem geholfen werden – das ist eine Selbsthilfegruppe, die auch im Internet zu finden ist. Dort gibt es eine umfangreiche Liste an Therapeuten und Einrichtungen, die auf postpartale Depression spezialisiert sind. 
        Abstillen in einer depressiven Phase ist oft von Nachteil, weil die Hormonverschiebung Depressionen verstärken kann. Auch das ist für jeden wichtig zu wissen. 

  4. Liebe Lisa,

    bitte hole dir Hilfe! Wenn du nicht weißt an wen du dich wenden sollst, sprich am besten deine Hebamme oder aber deine Frauenärztin darauf an. Die können dich dann weitervermitteln. Schieb das nicht auf die lange Bank. Tue mir den Gefallen.

    In Gedanken bei dir
    Mother Birth

  5. Liebe Lisa,

    du trägst sehr viel Verantwortung, nicht umsonst heisst es, es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen. Aber du musst das nicht alleine schaffen! Im Gegenteil ist es wichtig, dass du auch dafür sorgst, dass es dir gut geht.
    Ich denke, du brauchst vor allem viel Verständnis und jemanden, der dir zuhört.
    Es gibt ein anthroposophisches Mittel das wunderbar hilft, es heisst Bryophyllum. 5mal täglich eine Messerspitze haben mir sehr gut geholfen, als es mir ähnlich ging wie dir.
    Du bist nicht allein! Es geht vielen ähnlich, die wenigsten sprechen leider darüber. Kleine Kinder kosten Kraft, vorallem wenn du bindungs- und bedürfnisorientiert lebst. Und dabei kommt oft auch viel aus der eigenen Vergangenheit hoch, das gesehen und verarbeitet werden will. Kommentiere meinen Beitrag gern, dann schreib ich dir ausführlicher per Mail, falls dir das hilft.
    Alles Liebe unbekannterweise!

  6. Mir geht es momentan ähnlich, habe auch eine Mutter-Kind-Kur beantragt. Mal sehen ob die überhaupt genehmigt wird, aber vielleicht wäre das auch etwas für dich. Fühl dich mal gedrückt. LG Ella

  7. Unbedingt schnell helfen lassen, begreifen das man erkrankt ist und danach handeln, dass ist es wichtig. Bei einer Depression spielt für Hirnchemie verrückt, gleichzeitig zeigen Seele und Körper „wir brauchen Hilfe“. Und sich helfen lassen ist auch absolut richtig. Alles Gute – es wird besser, wenn man für sich einsteht und sich umsorgen lässt.

  8. Wie aus meiner Seele geschrieben…
    Viele schreiben hier von Hilfe, doch was ist Hilfe? Ich bekomme professionelle Unterstützung, doch akut hilft das den Betroffenen gar nicht. Leider.
    Ich hoffe dir geht es bald besser.

  9. Hey liebe Lisa
    Ich fühle mit dir. Wenn es mir doch ähnlich geht, vielleicht aus anderen Gründen. Ich weiß leider nicht, wie ich dir helfen kann, außer mit reden und austauschen. Ich „hänge“ auch nur noch rum. Ich bin leer, irgendwo gefangen. Aber es wird besser werden. Ganz sicher. Such dir möglichst viel Kontakt, geh zum Arzt, Haushaltshilfe etc. Evtl einen Therapeut. Mir hilft das. Man kann auch mit Kind in Therapie. Ich kann dir leider nichts konkretes raten, das gibt es nicht. Aber ich kenne es. Bleib in Kontakt. Habe einen Anker.
    Liebe Grüße Jenny

  10. Liebe Lisa, ich habe deinen Blog bisher eher beiläufig verfolgt, bis zu diesem Artikel. Der hat mich angesprochen, da es mir zur zeit – oder eher: immer wieder – auch nicht gut geht.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es Zeiten gibt, in denen du dich kraftlos fühlst. Aber du hast bereits so viel geschafft! Vergiss das nicht. Und es ist völlig o.k., wenn du mal weniger machst, als du von dir erwartest. Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg aus dem Ganzen findest, deinetwegen, deiner töchter wegen. Solange du noch in dieser Phase steckst, könntest du unterstützend Johanniskraut einnehmen (z.B. als Tee). Es ist ein natürliches Mittel gegen „geistige Erschöpfung“ wie es so schön heißt… Mach dich auf jedenfall noch schlau, was die Nebenwirkungen angeht. Alles Gute dir. Alles wird gut!

  11. Liebe Lisa, du bist nicht allein… hol dir unterstützung. Bei Schatten und Licht e.V. findest du Adressen, Telefonnummern und Informationen zum Thema postpartale Despression. Es gibt auch eine Reihe von Selbsthilfegruppen in denen man sich mit anderen betroffenen Müttern austauschen kann…

  12. Ich hatte eine Wochenbettdepression nach dem ersten Kind. Hole Dir unbedingt Hilfe, denn das gute ist: man kann da raus! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.
    Ich möchte Dir „Schatten und Licht“ empfehlen, eine Organisation, die Frauen mit Wochenbettdepressionen betreut. Die haben auch eine Therapeuten/Ärzteliste, wo man also schnell jemanden findet, der sich damit auch auskennt und nicht voreilig empfiehlt, das Stillen aufzugeben oder so, sondern passende Medikamente kennt, falls die notwendig sind. Wenn es Dir selbst schwer fällst, bitte jemanden, Dir bei den Terminen zu helfen und mitzugehen.
    Und scheue dich nicht, auch im Alltag Hilfe zu holen – Freunde, die einfach regelmäßig vorbei kommen, oder Eltern/Schwiegereltern, Essen bestellen, so viel schlafen wie irgendwie möglich. Auch bei solchen Alltagshilfen kann Schatten und Licht im Zweifelsfall was empfehlen.
    http://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/
    Alles Gute!

  13. Liebe Lisa, wie geht es dir heute? Ich habe gerade ganz Ähnliches durch, habe allerdings kein Stillkind mehr sondern schon bissl grössere Kids (3.5 und gut 6). Bis ich aber erkannt habe, dass es mir schlecht geht, dass ich nicht einfach nur ein faules Stück bin sondern ganz simpel nicht mehr KANN verging fast ein Jahr. Erst nach einem Totalzusammenbruch im April, ausgelöst von einem minikleinen Vorfall in der Familie, wusste ich ICH BIN KRANK. Glücklicherweise konnte ich schnell in Therapie und habe erst mal mit 900 mg Johanniskraut pro Tag begonnen. Noch vor Einsetzen dessen Wirkung (dauert bei allen Antidepressiva ca. 14 Tage) ging es mir besser. Nur um einige Zeit später wieder im Loch zu sitzen…
    Dann habe ich endlich herausgefunden weshalb ich eben doch noch so lange in diesem Zustand vor mich hin vegetieren konnte. Ich habe extreme, zyklusabhängige Schwankungen und PMS mit Erschöpfung, Übelkeit, Panikattacken und allem Drum und Dran. Nun nehme ich im ersten Zyklus Progesteron (aufgrund vermuteter Gelbkörperschwäche) und es geht mir viiiiel besser.
    Lange Rede, kurzer Sinn: ich verstehe dich sehr, sehr gut. Du bist nicht faul, du bist krank. Bitte versuche dir Hilfe zu holen. Das ist unheimlich schwer, ich hätte glücklicherweise meinen Mann als grosse Hilfe im Boot. Aber da kommst du mir mit medizinischer/psychologischer Hilfe wieder raus. Deine Kinder brauchen dich wieder! Es prägt unheimlich mit einem psychisch kranken Elternteil zu leben und hat zeitweise nicht mehr viel von Geborgenheit.

  14. Hast Du noch Kontakt zu Deiner Hebamme? Die haben doch sicher Erfahrung mit Depressionen, und wissen an welchen Stellen man Dir gezielt weiter helfen kann.

    Ich wünsche Dir alles Gute.
    Lieben Gruß aus Berlin
    Bettie

    1. Meine Hebamme hat bis 31.08 Urlaub. Hat mir einen Kontakt fürs Ameos gegeben – das ist allerdings sehr weit weg und bereitet mir nur noch mehr Stress. Mehr kam dazu nicht..

  15. Vor einem Jahr ging es mir auch ähnlich… Stress, kaum Schlaf alles war mir egal. Weißt du was mir geholfen hat?
    Spielplatz. Ich war einfach immer auf dem Spielplatz. Mein großer war beschäftigt und die kleine auf der frischen Luft einfach eingeschlafen. Immer.
    Du findest da auch jemandem zu reden, das brauchst du jetzt wirklich so dringend…
    Und du stehst zu mindestens auf, ziehst dich um, machst dir die Haare.
    Unterwegs kannst du noch was vom Bäcker holen – sparst dir auch das Kochen.
    Probier es mal aus…
    LG Lisa von http://mamakreativ.com

    1. Ich wohne auf dem Land. Hier gibt es keinen Spielplatz 🙁 ich musste erstmal eine ordentliche Strecke zu einer Bushaltestelle laufen um dann in irgendeine Stadt zu fahren wo es so was gibt. Das ist mir unglaublich stressig ..

      1. Den Tipp von MamaKreativ wollte ich dir auch noch geben, wenn ihr keinen Spielplatz habt, pack Essen ein, ein bisschen Spielzeug , eine Decke und raus in die Natur und Picknick machen und Handy einfach mal in der Tasche lassen. Ich zitiere mal aus Sissi: „Wenn Du einmal Kummer oder Sorgen haben solltest im Leben, dann geh wie jetzt mit offenen Augen durch den Wald und in jedem Baum und in jedem Strauch, in jeder Blume und in jedem Tier wird Dir die Allmacht Gottes zum bewusstsein kommen und Dir Trost und Kraft geben.“ Das mit dem Vitamin D Spiegel habe ich dir ja auf Twitter schon gesagt, du kannst auch ohne diesen Spiegel Vitamin D einnehmen, gibt es in jedem Drogeriemarkt, kann man eigentlich fast nicht überdosieren. Johanniskraut ist auch gut. Und das mit der Kur, dass du dich da nicht von deinen Kindern trennen willst, mach es einfach mal, fahr dort hin und sieh wie es läuft, bestehe auf eine Eingewöhnung in deren Betreuung und wenn es nur stundenweise ist und du mal für 1-2 Stunden am Tag etwas für dich tuen konntest, hat es sich schon gelohnt. Außerdem tut so ein Klima-Wechsel dir bestimmt auch mal gut. Liebe Grüße, Ella

  16. Ich weiß so sehr wie du dich fühlst ♥
    Mir ging es ähnlich und richtig schlimm wurde es vor 2 Jahren. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, teil(t)e meine Gefühle aber ungern mit und das ist schlimm.
    Irgendwann ist bei mir die Bombe geplatzt und ich hatte mehrere Zusammenbrüche in kürzester Zeit. Meine Familie hat damals dafür gesorgt das ich zur Diakonie gehe und mir helfen lasse eine Mutter-Kind-Kur zu machen. Alleine hätte ich das zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht geschafft.
    Mir hat die Kur nicht wirklich geholfen, das muss ich an dieser Stelle zugeben, aber diese 3 Wochen Auszeit vom Haushalt und purem Zuhausehocken und einigeln, war eine Erholung (ganz zu schweigen von den grandiosen Massagen die ich dort genießen durfte!).

    Sich hilfe zu suchen ist schwer. Den ersten Schritt zu gehen ist nicht einfach. Aber ich bin mir sicher das du es schaffst!

    Habt ihr bei euch keine Krabbelgruppen? Bei uns im Dorf werden zB welche über die Kirche angeboten. Das wäre vlt eine Möglichkeit um heraus zu kommen. Und wenn es bisher keine Gruppen gibt, dann versuche doch selbst eine zu Gründen 🙂

    1. Hier in meinen Ort gibt es nicht mal Kinder :/ aber danke für deinen Kommentar! Ich werde wahrscheinlich umziehen (müssen) und dann sowieso mal schauen. Auch wenn ich mich (vielleicht eben wegen der Depression) gegen eine Krabbelgruppe etc geweigert habe..

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Melde dich für meinen Newsletter an und Du bekommst meine „10 Tipps für mehr Ordnung im Familienhaushalt“ kostenlos als E-Book!