Gewünschtestes (Wunschkind) Interview aller Zeiten!

Interview

Sachen, die jeder mal sagt

oder zumindest denkt

So erging es auch Danielle, einer ganz tollen und lieben Frau, welche , neben Snowqueen, bei gewünschtestes Wunschkind schreibt und wahrscheinlich jedes Elternteil beruhigt und bestätigt.

Ich verfolge diesen Blog schon seit geraumer Zeit, schließlich habe ich ja auch zwei kleine Kinder und dann neigt man ja doch ab und zu zum googlen, ob das Verhalten des eigenen Kindes noch normal ist. (Ja, der Satz tut mir eigentlich selbst weh, denn Menschen sind so wie sie sind und das ist gut so und keinesfalls ‚unnormal‘, ‚abnormal‘ oder ähnliches!)
Das erste was mir meist angezeigt wird/wurde, war der Blog „Gewünschtestes Wunschkind“ – und bei jedem Artikel bekomme ich wieder den sehr bekannten AHA-Effekt!
An dieser Stelle: Wenn du ihren Blog noch nicht kennst, dann husch husch und fang an zu lesen! 

HALT STOPP! Nicht so schnell 😉 Erstmal kommt das super tolle Interview, welches ich mit Danielle führen durfte.

Ihre Antworten sprechen mir aus der Seele, es sind genau die Sachen, die auch ich denke. Ich habe es mit einem Lächeln gelesen und hoffe, dass ihr das Gleiche tut!

Interview
Quelle: pixabay.com

 Das gewünschteste Interview aller Zeiten 😉

1. Wie kamst du darauf einen Blog zu starten und hast du DEN Tipp für jeden Blogger-Neuling?

Die Idee mit dem Blog hatte meine Mit-Autorin Snowqueen. Wir kannten uns seit Jahren aus einem Kinderwunschforum und stellten fest, dass sich Eltern immer wieder die selben Fragen stellten. Man bekommt in einem Forum zwar viele hilfreiche Antworten, aber manche Themen sind doch sehr komplex und können nicht umfassen abgehandelt werden. Snowqueen hatte die Idee, in einem Blog alle relevanten Themen ausführlich zu behandeln, so dass Eltern, die etwas Bestimmtes ganz genau wissen wollen, das dort dann nachlesen können.

Was ich aber jedem Neuling unbedingt ans Herz legen wollen würde: Beschäftige Dich von Anfang an mit Suchmaschinenoptimierung! Es ist außerordentlich aufwändig, das alles nachzuarbeiten und man verschenkt vor allem in der Anfangszeit viel Potential, wenn man das Thema links liegen lässt. Oftmals sind es nur ganz kleine Dinge, die große Unterschiede bewirken können.
2.Hast du dich in der Schwangerschaft über bedürfnisorientierte Elternschaft informiert oder hast du

nach deinem Urinstinkt als Mutter gehandelt?

Weder noch. Unser Kinderwunschweg war lang und als ich nach der dritten künstlichen Befruchtung endlich schwanger war, dachte ich mir: Ab jetzt wird alles gut. Ich war ganz sicher, dass mein Bauchgefühl das Kind ganz einfach schaukeln würde. Leider wurde ich ganz bitterlich enttäuscht, mein vermeintlicher Mutterinstinkt versagte auf der ganzen Linie. Meine Tochter war ein Schreikind und ich völlig verzweifelt. Bedürfnisorientierte Elternschaft hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört… Mein Kind wuchs daher in den ersten Jahren eher „klassisch“ auf, es wurde durchaus gestillt und schlief ein paar Monate im Elternbett – aber als sie nach 11 Monaten mit der Flasche ins eigene Zimmer zog, habe ich mir keine großen Gedanken gemacht. Mir kamen auch Sätze wie „Na gut, dann gehe ich eben ohne dich!“ oder „Wenn du jetzt keine Zähne putzt, dann gibt es nichts Süßes mehr“ ganz leicht über die Lippen. Erst als meine Tochter begann, Lob einzufordern, kam ich über Alfie Kohn zur bedingungslosen Elternschaft.
3. Wie reagierst du auf vermeintlich gut gemeinte Ratschläge? (z.B. „Du wirst dein Kind nicht mehr los, wenn es bei dir schläft. Es sollte am besten im eigenen Zimmer schlafen.“)
Dadurch, dass wir mittlerweile quasi über alle Themen ausführliche und auch wissenschaftlich fundierte Artikel geschrieben haben, kann ich solche Ratschläge sehr gut diskutieren und mit stichhaltigen Argumenten argumentieren. Oft ist der andere ganz erstaunt, wie man die Dinge auch betrachten kann. Wenn ich darauf keine Lust habe, dann sage ich einfach: „Das ist unser Weg und der passt für uns perfekt“. Meine Mutter hat früher ganz viele Ratschläge gehabt und immer geunkt: „Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt“. Nachdem sie jedoch gesehen hat, wie entspannt und zufrieden die Kinder sind, hat das deutlich nachgelassen.
4. Was ist Erziehung für dich?
Diese kurze Frage hat es wirklich in sich. Ich glaube, darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Wenn ich es kurz auf den Punkt bringen soll, dann würde ich sagen: Statt Kinder in eine Richtung zu (er)ziehen, sollten wir sie begleiten. Juul hat das Prinzip der Gleichwürdigkeit geprägt – auf dieser Ebene sollten Eltern und Kinder einander begegnen, das wünsche ich mir von Herzen.
5. Was hattest du für eine Meinung zu Themen wie Langzeitstillen, Familienbett etc BEVOR du Schwanger warst/Mutter wurdest?
Auch wenn mein Brude jahrelang im elterlichen Bett geschlafen hat, kam ich (wie naiv!) gar nicht auf die Idee, dass Kinder woanders schlafen wollen würden, als im eigenen Bett. Ich hatte ein Anstellbett und ging davon aus, dass nach ein paar Monaten das Kind selbstverständlich im eigenen Zimmer durchschlafen würde. Stillen? Das wollte ich unbedingt. Ein paar Monate und dann gibt es eben die Flasche. Mütter, die Zweijährige stillen fand ich irgendwie seltsam. Was soll ich sagen – ich schlafe noch in den meisten Nächten neben meinem Sohn (4,5 Jahre) und er stillte bis zum zweiten Geburtstag…
6.Partizipation. Ein Wort welches Erwachsene gerne nutzen, wenn sie sich im Unrecht finden. Doch gegenüber Kindern wird es kaum verwendet. Wie siehst du das? Partizipation zwischen Eltern/Erwachsenen und Kindern?
Ich halte Partizipation für einen der größten Schlüsselfaktoren für ein liebevolles und verständnisvolles Miteinander in der Familie. Kinder lernen, Entscheidungen zu treffen, indem sie an Entscheidungen beteiligt werden und nicht, indem man ihnen sagt, was sie tun sollen. Sobald Kinder in der Lage sind, altersgerecht eigene Entscheidungen zu treffen, sollten sie das für alle Belange, die sie selbst betreffen, tun und sie an den familiären Entscheidungen in größtmöglichem Umfang beteiligen. Da sind wir wieder bei der Gleichwürdigkeit: warum sollten meine Bedürfnisse und Wünsche über denen des Kindes stehen? Sie sind mindestens gleichrangig und unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit unseren Kindern Wege zu finden, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfüllen.
7. Leider ist der ‚kleine Klaps auf die Finger‘ für einige immer noch in Ordnung. Ich selbst sehe es als Grenzüberschreitend und gewalttätig an. Wo fängt für dich Gewalt an?
Körperliche Gewalt ist absolut indiskutabel. Die Grenzen, wo Gewalt beginnt, sind für mich sehr eng und mir wird immer bewusster, wie gewaltvoll wir teilweise auch verbal mit unseren Kindern umgehen. Seitdem ich mich mit gewaltfreie Kommunikation befasse, werde ich immer empfindlicher, was das betrifft. Allein Sätze wie „Nun mach doch mal, beeil dich!“ oder „Wie sieht es denn hier schon wieder aus?“ sind nicht gewaltfrei. Gewalt beginnt für mich da, wo ich bei der Frage: „Würdest du das in dieser Form und in diesem Tonfall auch zu deinem Mann/deiner Freundin sagen?“ ganz klar „Nein!“ sagen würde.
8. Diskussionsthema Medienkosum, vorallem bei (Klein-)Kindern. Wie stehst du dazu?
Auch das ist eine Frage, die wirklich sehr schwierig kurz zu beantworten ist. Das ist grundsätzlich ein Thema, mit dem ich mich gerade sehr intensiv befasse und wo meine Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist. Bisher bin ich mir nur relativ sicher, dass gerade beim Fernsehkonsum bei vielen Kindern eine Selbstregulierung nicht funktioniert. Wenn es etwas gibt, das ich – wenn ich mit meiner Mutterschaft nochmal von vorne beginnen würde – jetzt anders handhaben würde. Meine Kinder haben etwa mit zwei Jahren begonnen, kurze, altersgerechte Trickfilme zu sehen. Irgendwann haben sie auch die Wii entdeckt und unsere Smartphones. Unsere „Medienzeit“ ist im Moment auf etwa 20 Minuten begrenzt, am Wochenende manchmal länger. Im Sommer wird aber auch mal eine Woche lang gar nichts geschaut. Mich nervt jedoch, dass gerade die Wii und das Handy so eine anziehende Wirkung haben. Es wird viel zu oft gefragt: „Dürfen wir damit spielen?“ Mein kleiner Sohn spielt sehr gerne, aber ich habe das Gefühl, dass ihn das überfordert. Wenn er ausschalten soll, dann ist er richtig durch den Wind und das ist super anstrengend. Daher würde ich mittlerweile vor allem diese Geräte frühestens in der Grundschulzeit zur Benutzung freigeben – dann allerdings weniger restriktiv. Ich unterscheide zwischen passivem Fernsehkonsum und aktiver Computer-/Handynutzung. Ich denke, dass letzteres mittlerweile so sehr zum Leben dazu gehört, dass man Kinder nicht allzu restriktiv regulieren sollte. Wie kann ich zu meiner Grundschülerin sagen: „Du darfst 30 Minuten an den PC“ und ich selbst sitze abends selbst 3 Stunden dran, weil ich es super spannend finde, zu bloggen?
9.Und kann ein Mensch überhaupt etwas ‚zu viel‘ konsumieren? (Malen, TV schauen, lesen etc) Oder kann ein Mensch nur von ’negativen‘ Dingen ‚zu viel‘ machen?

Das ist eine gute Frage. Ist unser eigenes Verhalten gesund? Ist es realistisch, unsere Kinder davon abhalten zu wollen, in 10 Jahren nicht ebenso, wie die meisten es von uns tun, ständig auf das Smartphone zu schielen, per WhatsApp immer erreichbar zu sein oder abends durch Facebook oder Twitter zu klicken? Warum ist das Spielen mit einer Holzeisenbahn vermeintlich so viel pädagogisch wertvoller, als ein virtuelles Pferd auf dem Handy zu füttern und dort komplexe Aufgaben zu lösen? Wer ordnet in „positiv“ und „negativ“? Als das Auto neu auf den Markt kam, warnten Kritiker eindringlich davor, dass das wegen der Beschleunigung Gehirnschäden auslösen könne. Darüber lachen wir heute. Ist Medienkonsum „negativ“? Oder haben wir nur Angst davor, weil es unser Leben massiv ändert?

Ich persönlich denke: So lange ein Leben reichhaltig an Beziehungen ist, sollten Kinder das tun, wofür sie brennen (und ich gehe mal davon aus, dass kein Kind langristig für etwas so passives, wie Fernsehen brennen würde).
10. Dein persönlich liebster/bester Beitrag auf deinem Blog?
Also Deine Fragen sind wirklich knifflig! Es gibt viele Beiträge, die ich mag und auch viele, die unsere Leser sehr mögen. Unser erfolgreichster, also meistgelesener ist Lebensgefährlich, gesundheitsgefährdend und ungesund, darin geht es um alles, was für Babys und Kinder gefährlich sein könnte. Auch sehr erfolgreich und mir am Herzen liegen sind: Warum man Kinder immer trösten sollte, Warum man Kinder nicht verwöhnen kann und Warum wir unsere Kinder nicht loben sollten.

Liebe Danielle, vielen lieben Dank für das tolle Interview! Es hat mir bestätigt, dass ich mit meiner Sicht- und Denkweise nicht alleine da stehe und , dass für meine Familie genau dieser Weg der Richtige ist. 

Eure Lisa

[affilinet_performance_ad size=728×90]

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Melde dich für meinen Newsletter an und Du bekommst meine „10 Tipps für mehr Ordnung im Familienhaushalt“ kostenlos als E-Book!