„Na, weil..“| Wozu rechtfertigen?!

Habt ihr euch auch schon mal gefragt wie oft am Tag wir uns für überflüssige Fragen rechtfertigen?

Vor allem als Eltern muss man sich gefühlt für jede Handlung rechtfertigen – aber ‚muss‘ man das wirklich?

Muss ich mich dafür rechtfertigen, warum meine Kinder bei mir schlafen? Warum ich klein El stille und keine Flasche gebe? Warum ich lieber das Tragetuch verwende anstatt den Kinderwagen? Muss ich das wirklich?

Rechtfertigung ist kein Muss

Denn das gibt dem Gegenüber sowieso nur mehr Spielraum um noch mehr unnötige Fragen zu stellen und gegebenenfalls auch eine unschöne Diskussion zu beginnen.

Es ist euer Leben – ihr gestaltet es so, wie ihr es für richtig haltet.

Wieso stellt jemand überhaupt infrage, dass das was ihr tut , nicht gut für euch/eure Kinder sei? ‚Nur‘ weil sie es anders machen ist es direkt ‚falsch‘?

Haben sie zu entscheiden was richtig und was falsch ist? Eben – das hat niemand! Jeder entscheidet für sich selbst was ‚richtig und was falsch‘ ist – nur ihr könnt das.

rechtfertigen
Quelle: pixabay.com

Fragen führen zur Reflexion

Natürlich gibt es dann auch Menschen, die Fragen aus purer Interesse stellen, um den Gegenüber in seinen Handlungen besser zu verstehen.

Und diese Fragen können einen zur Selbstreflexion führen – ist das, was ich mache, wirklich gut so oder bin ich eigentlich eher unsicher/unglücklich mit dieser Situation? Mache ich XY, weil ich das für richtig halte oder weil jemand anderes das von mir erwartet?

Selbstreflexion ist wichtig – und doch machen es kaum noch welche und sind irgendwann mit allem (oder vielem) unglücklich.

Auch mir ging es so – und dann wurde ich Mutter. Und ich fange an mehr und mehr zu reflektieren um auch für meine Zukunft besser planen zu können.

Rechtfertigen ist ein Schutz

Wir rechtfertigen uns, damit wir das, was wir rechtfertigen (müssen) in den Schutz nehmen – wir möchten uns nicht angreifen lassen, wir möchten das weiterhin für gut befinden, was gerade infrage gestellt wird.

Doch genau da fängt es an – eine Diskussion wird angefangen, man fühlt sich unwohl und der Gegenüber fühlt sich absolut im Recht.

5 Sätze, die das Rechtfertigen ersetzen

und den Gegenüber zum schweigen bringen

Beispiel (Langzeit-)Stillen:
  • Ja und es ist für uns richtig.
  • Gegenfrage: Denkst du es ist falsch? Wieso denkst du das? Hast du das gelesen? Bist du ein Fachmann/frau für diesen Bereich? Hast du überhaupt eine Ahnung? Folgst du nur dem Strom? Achtest du nur auf die Meinungen der Gesellschaft? Man, da brennen mir richtig viele Fragen auf der Zunge! Interessantes Thema, oder?!
  • Ja. (Auf Frage ob denn immer noch gestillt wird, ob die Kinder noch im Familienbett schlafen, ob sie immer noch getragen/geschoben werden etc)
  • Wieso möchtest du das wissen?
  • Puh, willst du das wirklich wissen? Einige andere haben das auch gefragt und waren ganze zwei Stunden länger hier und waren am Ende wirklich so genervt , dass sie die Antwort noch nicht mal erfahren haben – ist wirklich eine laaaange Geschichte und nur was für gute Zuhörer. Mal was anderes, kannst du lange zuhören? Also ich hasse das ja, immer dieses blablabla und dann kommt eigentlich nichts gescheites raus AUSSER ganz am Ende, da frage ich mich immer ob das nun wirklich Notwendig war einen sooooo langen Vortrag zu halten. (Gut, ich gebe zu, dieser Satz ist mehr ironisch und muss sehr theatralisch gesprochen werden.)

 

Alles eine Sache des Selbstbewusstseins

Denn es stimmt wirklich – wenn wir ganz Selbstbewusst antworten, dann gibt es kaum einen Grund zu diskutieren. Sobald wir unsicher wirken , wird man auf uns einreden und weiter Fragen stellen.

Es benötigt natürlich einige Zeit und auch viel Übung selbstsicher zu sein und dem Gegenüber das auch gut zeigen zu können.
Eine einfache Erklärung warum wir XY machen , die nicht mit einer Frage oder mit einer leisen Stimme gesprochen ist, wirkt dann schon viel Selbstbewusster.

Vorbereitung kann hilfreich sein

Bleiben wir mal beim Thema ‚Stillen‘:

Ihr wisst, dass bei der nächsten Familienfeier wieder mal solche Fragen aufkommen – euer Kind ist nun über die 3-6 Monate hinaus und ihr stillt immer noch.
Natürlich wisst ihr, dass es von der WHO empfohlen wird mindestens zwei Jahre zu stillen und ihr wisst auch, was die Muttermilch alles tolles kann (Stichwort Brustkrebs, Allergien etc).

Nehmt dieses fundierte Wissen und spricht es aus:

„Die WHO empfiehlt zwei Jahre und darüber hinaus zu stillen, wusstest du das nicht? Weißt du denn nicht, dass längeres Stillen vor Brustkrebs und Allergien schützt? Das ist für uns schon Grund genug , dass wir immer noch und auch weiterhin stillen werden.“

Natürlich wird es eventuell auf taube Ohren stoßen oder diese Personen fühlen sich übergangen oder angegriffen, weil sie wohl nicht dieses ‚Wissen‘ haben – aber das ist dann nicht euer Problem. Wichtig ist, dass ihr es neutral sagt und nicht belehrend. Überzeugend. Selbstbewusst. Für euch ist es das Beste und das Richtige. Steht dazu.

Gibt es bei euch auch immer wieder solche (Streit-)Themen? Welche sind es? Und habt ihr vielleicht noch weitere Sätze, die ihr nutzt um einer Diskussion und einer Rechtfertigung zu umgehen? Schreibt sie mir gerne unten in die Kommentare!

Eure Lisa

2 Kommentare

  1. Zum Thema Reaktionen bieten sich noch die einfachen Gegenfrage „Wieso beunruhigt dich das eigentlich?“ oder „Wovor hast du Angst?“ an 🙂
    Die Meinung der anderen sagt immer mehr über die anderen aus, als über uns selbst. Das sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen.

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