HILFE!Mein Kind tut nicht das,was ich sage

Vor einiger Zeit habe ich auf Facebook ach Artikel Vorschlägen gefragt – einer dieser Vorschläge war, was man tun kann, wenn das Kind genau das Gegenteil von dem macht, was das Elternteil gesagt hat.

Beispiel Blumen:

Das Kind soll nicht an die frisch eingepflanzten Blumen gehen und man bittet das Kind nicht dort ran zugehen (meist , wenn man sieht, dass es die Pflanze schon anvisiert),doch in dem Moment tut es genau das – und lächelt dann auch noch so frech.

Mama/Papa ist nun wütend und schimpft und sagt „Ich habe doch gesagt du sollst da nicht beigehen! Wieso machst du das?! Und hör auf so frech zu grinsen!“

Kind
Quelle pixabay.com

Das Kind will uns provozieren?!

Nein, das Kind möchte uns nicht provozieren.
In Wirklichkeit will das Kind herausfinden, wie wir reagieren und was mit der Pflanze passiert, wenn man sie aus der Erde zupft.

Sieht das Ende der Pflanze auch so aus wie oben?

Wie lang ist die Pflanze?

Ist die Pflanze dort zu Ende, wo sie die Erde berührt?

Was kann man mit der Pflanze machen und wieso ist die für Mama/Papa so wichtig?

Wird Mama/Papa lächeln , wenn ich die Pflanze raus ziehe?

Das sind so die möglichen Fragen, die sich ein Kind stellen könnte um die Sachen herauszufinden.

Fehlverhalten bestrafen?

meist wird von einem Fehlverhalten (welches ‚korrigiert‘ werden muss) gesprochen – wirklich, ich höre das sehr oft im Bekanntenkreis.
Doch, es ist nur Entdecken und Grenzen kennen lernen.
Sie lernen jeden Tag – und solche Situationen lehren sie so viel gleichzeitig.

Oh, Mama/Papa ist darüber sehr wütend. Ihr war die Blume wichtig.

Ah, so sieht die Pflanze von unten aus.

So fühlt sich die Pflanze und die Erde an.

Wie weit kann ich wohl meine Hände in die Erde bohren?

Das alles nimmt ein Kind auf.

Wie reagiere ich am besten in einer solchen Situation?

Ganz klar: Ruhe bewahren! Es ist natürlich Situationsabhängig , doch niemals , sollte die Erwachsene Macht (Gewalt – physisch und psychisch) ausgespielt werden!

Ich war auch schon oft in Situationen, in denen ich wirklich gerne ausgerastet wäre, weil ich schon mit dem falschen Fuß aufgestanden bin und mir dann nichts gelingt.
Und da ist doch das Problem – es liegt bei MIR. Nicht an dem Verhalten meines Kindes, für das immer ich Verantwortung trage!

Oft habe ich mir in diesen Situationen gedacht „Man, sch**** ! Wieso muss das Kind nun die Milch auf den frisch saubergemachten Boden kippen?!“

Doch ich habe mich selbst für diesen Gedanken geohrfeigt. Dieses Problem habe ich mit mir. Nicht ich mit meinem Kind.

Ich habe tief Luft geholt und gesagt „Oh nein, ist dir die Milch aus der Hand gefallen? Ist nicht schlimm, das kann man ja wieder weg machen! Hilfst du mir?“

In dem Beispiel mit der Blume hätte ich gesagt „Ups, hast du dir Blume raus gezogen? Die Blume muss in der Erde sein um leben zu können, wollen wir sie zusammen wieder einpflanzen und du gießt sie ? “

Mit Wut auf das Kind reagieren

Niemals sollte diese Wut ein Kind zu spüren bekommen. Natürlich sind es deine Gefühle – aber wie wir alle wissen, können Gefühle einen auch verletzen. Wenn du wirklich so sauer bist, dann sag deinem Kind, dass du kurz weggehst , weil du gerade wütend bist. Nimm dir eine kurze Auszeit um dich abzureagieren. Danach kannst du dich auf Augenhöhe mit deinem Kind begeben, ihm/ihr sagen, warum du wütend warst und warum du nicht möchtest, dass es XY macht.

Diese Auszeit ist unglaublich wichtig, denn Kurzschlussreaktionen kommen viel schneller als wir denken.

Und unser Kind trägt keine Verantwortung – die tragen wir als Eltern!
Natürlich können wir ihnen XYZ sagen, aber wenn sie es trotzdem machen, dann sind wir für diese Situation verantwortlich.

Wir übertragen oft unsere Verantwortung auf unsere Kinder – oft ohne es zu merken.

Beispiel: Mama/Papa guckt Kind traurig an (z.B. weil das Kind etwas möchte, was es gerade aber nicht darf) – das Kind fühlt sich dafür verantwortlich, dass Mama/Papa traurig ist.

 

Ein Kind ist ein Mensch

Und daher sehe ich sowieso keinen Grund, dass das Kind immer hören muss. Es darf Unsinn machen und dadurch, dass meine Tochter auch mal das macht, was ich nicht möchte, lerne auch ich von ihr. Manche Sachen sind gar nicht so schlimm und ich bremse sie manchmal zu sehr.

Natürlich ist es oft anstrengend – reflektiert euch, warum ihr XY nicht wollt und was eigentlich daran schlimm ist. Vielleicht könnt ihr euch auch einfach lockern und das Kind mit einbeziehen in z.B. Blumen pflanzen, Kochen, sauber machen etc.

Unsere Gedanken sind manchmal gefährlicher als die eigentliche Situation 😉

Wie seht ihr das?

Eure Lisa

2 Kommentare

  1. Puh, schweres Thema. Vor kurzem gab’s da ja mal eine Mords-Diskussion über einen Artikel, in dem die Verfasserin eben genau dieses Verhalten kritisiert hat. Es hängt halt schon sehr von der Situation ab. Milch kann mal verschüttet werden. Passiert das bei einem ganz Kleinen einmal mit Absicht, ok … dann erkläre ich schon, dass das jetzt nicht toll war und dass die Mama jetzt wieder Arbeit damit hat. Passiert es ein zweites Mal absichtlich, dann wird geschimpft.
    Passiert es ein drittes Mal geht’s ab ins Zimmer. Denn das ist mutwillig und hat nichts mehr Kennenlernen und Entdecken zu tun. Das ist dann Grenzen austesten. Die Zeit im Zimmer wird hier gut genutzt. Ich komme wieder runter, und mein Großer lässt erst mal seinen Frust raus. Ich rede dann nochmal mit ihm, und meistens sieht er ein, dass er was falsch gemacht hat und entschuldigt sich auch. Er ist bald 5. Meine Kleine (3) versteht das auch schon ganz gut. So fahren wir ganz gut. Ich bremse sie nicht in ihrem Entdeckerdrang, zeige ihnen aber auch Grenzen auf, was nicht geht.
    LG, Tina

    1. Puh, aufs Zimmer geschickt wird hier nicht – gut meine sind ja noch sehr klein, aber trotzdem möchte ich keine Strafen erteilen. Natürlich testen sie aus wie weit sie gehen können und wie du reagierst. Normales Verhalten und wie ich finde auch wichtig , damit sie wissen wo deine Grenzen sind. 🙂

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