Kein Mensch wird rassistisch geboren!

Meine Tochter hat vor kurzem eine dunkelhäutige Puppe geschenkt bekommen – die hatte damals ihrer Tante gehört , nun spielt sie damit.

Eine tolle Geste, wie ich finde. Dinge in der Familie weiterreichen .

Doch es hatte einen fiesen Beigeschmack.

„Die sucht Asyl.“

Wirklich jetzt? Weil es eine dunkelhäutige Puppe ist und es zur Zeit in Deutschland einen riesen Ansturm von Asylanten bzw Flüchtligen gibt?

Ich sagte daraufhin, dass meine Tochter die Puppe gern hat. Sie hat sie lieb. Sie kümmert sich sehr liebevoll drum.

Ich glaube meine Tochter erkennt gar nicht, dass die Puppe anders ist als andere. Wieso auch? Ist doch nur eine andere Hautfarbe.

Wie oft habe ich meine Puppen damals angemalt – es ist und bleibt eine Puppe (bzw ein Mensch) !

Niemand wird rassistisch geboren – ich habe das Gefühl, dass zu viele ihre Kinder (vielleicht auch unbeabsichtigt) zu Rassisten erziehen. Durch diese kleinen, fiesen Sprüche , die wohl einfach so nebenher laufen.

Ich möchte nicht, dass jemand so was sagt. Vor meinen Kindern. Vor mir.

Es gibt kein schwarz/weiß. Es gibt Menschen. Über all auf der Welt. Und es macht uns nicht unsere Hautfarbe oder unser Heimatland besonders. Das besondere an uns ist , dass wir sind, wie wir sind.
Kein anerzogener Hass auf Menschen die anders aussehen. Sei es die Hautfarbe, die Kleidung, die Nase, die Bildung. Überall ist Hass und Rassismus.

Doch genug davon. Hier hat Rassismus keine Chance.
Ich möchte Euch nun eine ganz tolle Geschichte aus meinem kleinen Familienleben erzählen.

Shhhht!!!
Ich saß am Esstisch. Nichts ahnend kam die Große zu mir- Zeigefinger vor dem Mund und shhhht!!! flüsternd.
Dann zeigte sie auf ihre Puppe.
„Oh, schläft deine Puppe gerade?“ Fragte ich leise.
„Jaaaa.“ Flüsterte sie heftig nickend.
„Achso, Entschuldigung, ich bin nun leiser. Ich glaube deinem Baby ist kalt. Willst du sie zudecken?“ Fragte ich wieder um mit ins Spiel einzutauchen.
Wieder nickte sie und sie suchte eine Decke.
Ich gab ihr eine und sie deckte sie behutsam zu.

image

„Oh, dein Baby weint! Hol mal schnell deinen Schnuller, vielleicht möchte sie den haben.“
Schnell holte sie ihren Schnuller, nahm ihre Puppe in den Arm , wog sie auf und ab .
„Shhh“ sagte sie zu ihrer Puppe, gab ihr den Schnuller und begann zu singen:

„Laaaa….Luuuu…“ (LaLeLu)
Ich sang mit ihr und füllte den Text , den sie noch nicht sagen konnte.

„La…luuu… Sht sht sht“ pustete sie.
Sie vermischte lalelu und das Pusteblumenlied – aber ihrer Puppe gefiel das wohl und sie legte sie wieder ins Bett und deckte sie wieder zu.

Das ganze ging sicher eine Stunde lang so – später wurde sie noch im Kinderwagen durch die Wohnung kutschiert.

Es freut mich so sehr, sie so spielen zu sehen. Ohne Rassismus im Verstand und Herzen. Einfach wie ein Mensch, der mit einer Puppe spielt. Egal wie sie aussieht .

3 Kommentare

  1. Ach danke dir für diesen wundervollen Beitrag. Wenn alle Mamas so wären wie du und ihre Kinder ohne Vorurteile zu schüren aufwachsen lassen würden, wäre die Welt eine bessere.
    Auch hier hat Rassismus keine Chance und ich wünsche mir so sehr, dass meine Enkel einmal in einer Welt ohne Vorurteile und Hass aufwachsen können. Meine Kinder können es leider nicht.

    1. Unsere Knder können die Welt verändern 🙂 alleine der Gedanke lässt die Hoffnung in mir nicht verschwinden. Irgendwann wird es hoffentlich besser. Wenn man bedenkt, dass damals Dunkelhäutige noch als Sklaven arbeiten mussten – es hat sich ja schon zum besseren gewandelt. Leider noch nicht ganz.

  2. Haha. Unser kleiner Sohn (12 Wochen) hat diese Puppe auch. Seine Patentante ist aus Tansania. Unser großer Sohn hat viele „farbige“ Kinder in der Kita. Er hat bisher keinen unterschied festgestellt, wieso auch? Es fällt ihm ja schon schwer Mädchen und Jungen auseinander zu halten, für Kinder sind solche Unterscheidungen völlig unnötig und unlogisch.

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