Beginn von BabyLedWeaning

6 Monate haben wir nun vollgestillt , ich habe es genießt und niemals dran gezweifelt .

Ich bemerkte schon in den letzten Tagen – wenn nicht sogar Wochen – dass sie vermehrtes Interesse an unserem Essen zeigt und hat.

Natürlich gehört dieses ewige hinstarren und danach greifen nicht wirklich zu den Beikostreifezeichen – man kann auch auf einer Schuhsohle rumbeißen , das würden Babys sicherlich auch toll finden. ‚Orale Phase‘ nennt sich das und geht über Monate , wenn nicht sogar Jahre.

Sie wollte – sie verlangte, um es besser zu beschreiben- dass man ihr etwas gibt.

image

Nun weicht sie ab und zu eine gedünstete Möhre oder etwas anderes ein und verzieht das Gesicht, wenn ein Stückchen im Mund bleibt.
So ganz geheuer ist es ihr noch nicht, das braucht Zeit – und diese Zeit bekommt sie.

Auch bei meiner großen Tochter ging es über Monate , dass sie recht schlecht aß – nicht mal heute isst sie viel und wie bei jedem Menschen , kommt es auch ganz darauf an, ob es etwas ist, was man gerne isst.

Ich hoffe so sehr, dass unsere Stillbeziehung noch ganz lange weiter geht , diese besondere Nähe genieße ich so unbeschreiblich sehr und so oft es geht.

Es ist ein Unterschied ob man ein Flaschenkind oder ein Stillkind hat – Nähe gibt man jedem Kind, das ist ganz klar – bei Flaschenkindern (jedenfalls bei meiner Großen ) hat sich diese Kuschelzeit aber schnell und früh verabschiedet, da sie die Flasche selber halten wollte – nicht auf dem Arm.

Ich bin so dankbar , dass ich stillen kann – vielleicht spricht da auch der Stolz in mir, der sagt: „Ich kann stillen, weil ich es von ganzem Herzen will!“ .

Mal zum eigentlichen Thema zurück: Baby Led Weaning (kurz: BLW) ist vom Baby selbstbestimmtes Essen. Das Baby darf mit den Händen essen und die verschiedenen Konsistenten erfühlen und genau untersuchen. Es darf aussuchen ob es lieber die Erbse auf der linken Seite des Tellerrandes nimmt oder doch das Stück Paprika.

Das Baby lernt viele verschiedene Gemüsesorten kennen , verschiedene Farben und Formen.

Breifrei ist natürlich nochmal ‚besser‘ – Brei hat natürlich nur eine Konsistenz, Brei halt..

Da die Kinder natürlich auch wachsen und selbständiger werden , suchen sie sich früher oder später eh aus , was sie Essen möchten – daher war mir auch bei Kind #2 klar, dass ich direkt mit BLW anfangen werde.

Oft habe ich gehört, dass sich ein Baby dann ja verschluckt und es ja so viel passieren kann und man unter ständiger Angst steht.

Ich kann natürlich an die Sache mit viel Unsicherheit und Vorsicht rangehen – ob es mir und dem Kind was bringt ist fraglich, ich denke , ich würde mit MEINEM Problem uns beiden im Weg stehen.

Das Baby kann sich genauso gut am Brei verschlucken – da ist es dann auch nicht ganz so einfach, den Brei aus dem Mund/Hals zu bekommen (just sayin‘).

Und ich möchte meinem Kind diese – wichtige – Erfahrung nicht vorenthalten nur weil XY passieren könnte und ich Angst habe.

Ich esse ja auch normale Lebensmittel – davon hält mich (normalerweise) niemand von ab, obwohl ich mich doch verschlucken könnte!

Man sollte auch einem Baby Vertrauen schenken können – und man ist ja auch dabei, falls etwas passieren sollte, kann man eingreifen!

Ich werde zum einjährigen einen Artikel schreiben und berichten , wie sich das Essverhalten verändert hat 🙂

Wie seht Ihr das denn? Brei oder Fingerfood (bzw halt BLW)?

6 Kommentare

  1. Hey, das Thema ist bei uns auch grad brandaktuell.mit fast 8 Monaten isst unser Rubbelbatz jetzt schon ganz gut – auch ohne Zähne. Die Angst vor dem Verschlucken scheint weit verbreitet. Ich müsste mal googeln ob tatsächlich Kinder an Verschlucken sterben, ich bezweifle es. Babys haben natürliche Reflexe, durch die ist bisher jedes Stück wieder zum Vorschein gekommen…

    1. Das ist der Zungenstoßreflex , bei kleineren Babys liegt der noch recht weit vorne auf der Zunge, je Älter man wird, desto weiter geht der nach hinten bzw irgendwann ist der Würgereflex ganz hinten angekommen .

      Ganz klar: Nüsse würde es hier nicht geben ,wegen der Verschluck- und Erstickungsgefahr.

  2. Nachdem meine Tochter an Brei so gut wie gar kein Interesse hatte (und ich keine Lust hatte, für 2 oder 3 Löffelchen extra zu kochen), haben wir auch mit BLW angefangen. Da war sie auch etwa ein halbes Jahr alt. Jetzt ist sie gerade 1 Jahr alt geworden, und ich würde sagen, wir haben es so genau richtig gemacht. Zu Beginn hat sie Essen natürlich hauptsächlich „begriffen“, wenig gegessen und viel gematscht. BLW und möglichst schnelles Mahlzeiten ersetzen/Abstillen passen eben einfach nicht zusammen. Sie hat aber von Anfang an alles probiert, und mit etwa 9, 10 Monaten steigerten sich dann auch langsam die Mengen, die sie aß. Verschluckt hat sie sich vor allem anfangs immer mal wieder, aber nie so, dass wir den Eindruck bekommen hätten, dass es ernsthaft gefährlich werden würde. Etwas Husten, und gut war es auch schon wieder. Zähne hat sie übrigens erst anderthalb, und die auch noch nicht lange, am Essen hindert sie das aber nicht.
    Abgesehen davon, dass ich es gut finde, dass sie so direkt „richtiges“ Essen kennengelernt hat, finde ich es auch super, dass ich keinerlei Gläschen brauchte und beim Kochen auch keinen Mehraufwand hatte. Sie bekam einfach, was ich selber auf dem Teller hatte. Lediglich Nüsse und Blattsalate bekommt sie bislang noch nicht. Und egal, welches Essen in welcher Konsistenz es jetzt bei der Tagesmutter gibt – sie probiert und isst eigentlich alles. Stückchen im Essen sind gar kein Thema (bei anderen gleichaltrigen im Bekanntenkreis dagegen schon).

    1. Ja, das fällt mir auch auf, dass viele Kinder, welche Brei bekommen (haben) keine Stückchen essen. Meine isst auch noch nicht richtig ,muss sie auch gar nicht – Hauptnahrung ist immer noch Milch . Aber ihr Interesse wird immer größer , noch vergesse ich, dass ich nicht so stark würzen darf – daher gibt’s oft nur bisschen Obst oder heute z.B. etwas Kartoffel (natürlich gegart 😀 ) . Mit den Stückchen kommt sie schon besser klar , aber der Würgereiz sitzt ja auch noch so weit vorne – kommt alles noch 🙂

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Melde dich für meinen Newsletter an und Du bekommst meine „10 Tipps für mehr Ordnung im Familienhaushalt“ kostenlos als E-Book!