Geburtsbericht Kind#1| Teil 2

Ich möchte hier zu Anfang erwähnen, dass es in diesem Teil nicht super und entspannt vorgeht – daher hier eine TRIGGERWARNUNG , da ich niemanden – vor allem keine Schwangere in Panik versetzen möchte.

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Die Ärztin mit ihrer Macht
Nachdem ich also erstmal am CTG für circa 30 Minuten lag , kam die Ärztin rein und befragte mich ob ich einen Blasensprung hatte und wann – Standardfragen denke ich.

Da sie dem Test der Frauenärztin wohl nicht traute – oder einfach ihre Macht nochmal ausüben wollte – machte sie bei mir nochmal einen „genaueren“ Test .

Sie packte etwas Watte auf etwas, was aussah wie eine Verbandsschere , träufelte ein paar Tropfen ihres Zauberzeugs rauf und stach mir damit brutal mehrfach in meinen Intimbereich – ich habe fast geheult ,es war so schmerzhaft und ich wusste , dass es so nicht normalerweise abläuft! Ich habe mich wie beim Schlachter gefühlt -schrecklich.

Sie schaute sich das Watteknäuel an und es verfärbte sich sofort blau – das Fruchtwasser verfärbte es.

Mit genervter Stimme sagte sie dann zu mir:
„Toll, dann hätten wir uns den guten, teuren Test ja auch sparen können.“

Hallo?! ICH war es nicht die darum gebettelt hat unbedingt nochmal einen Test machen zu lassen – denn ich vertraute meiner Frauenärztin! 
Nicht nur, dass ich massiv verletzt wurde , nein, nun wurde ich auch noch doof angemacht , dass sie – DIE ÄRZTIN – einen Test durchgeführt hat.

Ich zog mich unter Schmerzen und Tränen-zurückhaltend wieder an und ging zurück in das Kreissaal-Zimmer, in dem meine Sachen lagen und meine Familie wartete.

Blasensprung ist zu lange her
Die Ärztin kam hinterher – nun war sie plötzlich freundlich – sagte mir, dass der Blasensprung zu lange her sei, ich nun Antibiotikum bekomme und sie Einleiten werden. (Der Blasensprung war da circa zwölf Stunden her. Nur mal nebenbei erwähnt.)

So im Nachhinein ist mir erstmal bewusst geworden, dass es keine Frage war, ob ich damit einverstanden bin , sondern es wurde entschieden – „ihr“ Krankenhaus, ihre Regeln.

Sie legte mir einen Zugang und gab mir dadurch das Antibiotikum.
Das Wehengel legte sie kurz danach.

CTG ohne Ende
Es war circa 10 Uhr als ich das Antibiotikum und das Wehengel verabreicht bekam – von da an durfte ich bis 23 Uhr (!!!) am CTG hängen und ab und zu mal für 30 Minuten eine Pause machen.
Irgendwann schlief ich kurz ein – es tat sich nichts und ich durfte am Ende auch auf mein Zimmer , welches mir über Tag zugewiesen wurde.

Mein Freund schlief im Familienbereich / Wartebereich – und ich schlief so gut wie gar nicht.
Ich hatte Schmerzen – konnte nicht sagen wo , aber sie waren da und es tat weh ohne Pause. 

18. Juli 2014 ca 6:00 Uhr
Ich wachte auf von den Schmerzen und konnte auch nicht mehr wieder einschlafen – ich ging zu meinem Freund und weckte ihn ebenfalls.
Um 6:30 sollte ich auch wieder zum CTG – beim Kreissaal nahm mich die Hebamme , bei der ich später auch entbinden sollte , entgegen.

Die Schmerzen wurden stärker – das war nicht das Schlimme, sondern dass es dauerhaft war.
Auf dem CTG zeigten sich keine Wehen.
Die Hebamme schaute nochmal nach dem Muttermund – immer noch bei einem Zentimeter, es tat sich also wirklich nichts – woher dann diese Schmerzen?!

Die Hebamme sagte mir, dass sie die Badewanne für mich füllen würde , damit ich nach dem Frühstück dort etwas entspannen kann.

Ich heulte vor Schmerzen!
Mein Freund und ich gingen wieder nach unten auf mein Zimmer.
Das Frühstück wurde schon ins Zimmer gebracht und ich nahm mir ein Brötchen.
Ich konnte es nicht aufschneiden – ich hatte Schmerzen, ich konnte nur da sitzen und wimmern. 

In dem Augenblick kam meine Mutter rein und ich heulte los – die Schmerzen wurden unerträglich! 

Wir gingen wieder zum Kreissaal – dort war wieder die Hebamme und die Badewanne wurde nicht gefüllt.

Wieso sieht man meine Schmerzen nicht?
Ich legte mich auf die Liege im Kreissaal und atmete vor mich hin.
Mein Mantra war : “ Ruhig atmen, ruhig atmen“ , irgendwas anderes kam nicht in meine Gedanken – ich dachte es würde noch schlimmer werden , schließlich lies mich jeder wissen, dass ich keine Wehen hatte!

Es vergingen Stunden – für mich war es zwar auch lang, aber nicht so lang – bis ich nach einer PDA fragte (zu dem Zeitpunkt war es ca 10 Uhr).
Die Hebamme sagte mir, dass die erst eine PDA legen , wenn der Muttermund mindestens bei zwei Zentimetern geöffnet wäre – unfassbar! Ich wurde leiden gelassen und man schaute nicht nochmal nach dem Muttermund!

Mich zerriss es im Intimbereich.

Wenn man denkt , man muss auf’s Klo…
…dann sind das Presswehen.

Ich musste dringend auf die Toilette – habe versucht es so gut es ging zu unterdrücken.
Die Hebamme kam gerade rein und sagte :
„Ja, ihr könnt gleich nochmal rausgehen und spazieren. Wir machen nur nochmal für zehn Minuten CTG auf der rechten Seite.“

Wie jetzt? Hat sie SPAZIEREN gesagt?! Ich lag seit Stunden auf der Liege und konnte mich nicht bewegen und sie forderte von mir, dass ich spazieren gehe??

Ich habe mich mit aller Kraft auf die andere Seite gelegt – jetzt musste ich mitpressen, es lies sich nicht zurückhalten!

DAS sah dann auch endlich mal die Hebamme, schaute schnell nach meinem Muttermund und sagte mir, dass ich nun mitpressen dürfe – als hätte ich es noch zurückhalten könnnen… 

Da war sie wieder – die Ärztin
Nun ging alles ganz schnell.
Die Hebamme holte die Ärztin und Kaffeesatz für meinen Damm.

Die Presswehen spürte ich kaum noch – die Ärztin meinte es etwas zu gut mit dem kristellern. (Davon erfuhr ich übrigens erst Wochen später – dank Google. Es wurde mir nicht erklärt warum und auch nicht gefragt. Dass man mir absichtlich die Rippen prellt, hätte ich natürlich nicht zugelassen)

„Hör auf zu knurren!“ , wurde ich angepampt nachdem ich presste und versuchte dem Gewicht der Ärztin, auf meinem Bauch, stand zuhalten.

Zum Glück hatte ich es schnell geschafft und um 11:14 Uhr war meine Tochter auf der Welt.
Ich verlor Unmengen an Blut und verlor fast das Bewusstsein – aber das war erträglich, meine Tochter war da!

Wenn man denkt, man hat es nun geschafft.
Auch ich bin etwas gerissen und musste genäht werden.
Die Ärztin spritze mir Betäubungsmittel und fing an zu nähen.

Auf einmal tat es wieder weh – jeden Stich spürte ich!

Ich sagte natürlich Bescheid, und sie sagte, dass sie nochmal Betäubungsmittel spritzen werde – der Schmerzen zufolge tat sie es aber nicht.

Wieso tat diese Frau mir ohne Grund weh? Bei jeder Gelegenheit nutzte sie ihre Macht. Ausgeliefert. Eine dumme, junge , frischgebackene Mutter.
Übertrieb ich nur? Lief vielleicht eine Geburt so ab? 

NEIN! Durch meine zweite Geburt (Bericht dazu ist hier zu lesen) weiß ich, dass es nicht normal ist! 
Man muss sich dagegen wehren! 

2 Kommentare

  1. Ich finde es gut, dass Du das so ungeschminkt schreibst. Ich habe mich bei meiner ersten Geburt, die zwar langenicht so schlimm wie Deine verlief, aber für mich traumatisch genug, auch total ausgeliefert gefunden. Und ja, du hast recht, man muss isch wehren. Da das als ERstgebärende mitten unter der Geburt nicht gerade leicht ist, würde ich nie mehr ohne eine Vertrauens Fachkraft in einen Kreißsaal hineingehen. Ganz liebe Grüße, Verena

    1. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich erkannt habe, dass meine Geburt gar nicht toll verlief. Kurz nach der Geburt habe ich mich bei beiden ganz doll bedankt – heute sieht es ganz anders aus. Beim nächsten Kind (irgendwann) wird es auch ganz anders. Ich wünsche allen Erstgebärenden besseres Personal – und vor allem nicht solch Übergriffes, Grenzenüberschreitendes und Menschenverachtendes. :/

      Liebe Grüße, Lisa

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