„Unsere Kinder machen das!“

„Unsere Kinder machen das!“

25. September 2019 0 Von Lisa

Es ist ca 08:06 Uhr als ich im Auto sitze , auf dem Weg wieder nachhause. Ich hatte meine Kinder in den Kindergarten gebracht und hörte Radio.

Werbung. Irgendwas , was witzig sein sollte. Etwas, was auf Urlaub hindeuten sollte. Warum Urlaub doch so toll ist. Ich weiß nicht mehr von wem diese Werbung war, aber zwei Sätze waren:

Sohn: “ Wo ist Opa?“

Mutter: „ Opa ist jetzt an einem besseren Ort.

Ganz klar war ja der Tod damit gemeint. Und das hat mich zum nachdenken gebracht. Immer und immer wieder erzählen wir Kindern, wenn jemand verstorben ist, dass derjenige jetzt an einem besseren Ort ist.

Mir ist die Intention dahinter auch klar: Wir wollen nicht, dass unsere Kinder Angst vor dem Tod haben. Das der Tod etwas normales ist.

Doch warum sagen wir , dass die Person jetzt an einem ‚besseren‘ Ort ist?
Sollte nicht unser jetziges Leben der beste Ort überhaupt sein?
Stattdessen diskutieren jetzt unsere Kinder mit Erwachsenen darüber , dass wir einen besseren Ort hier und jetzt schaffen müssen.

Unsere Kinder machen das!

Denn, warum das den Erwachsenen nicht früher eingefallen ist? Weil sie von den gravierenden Folgen , die nahezu vor der Haustür stehen, nichts wissen wollen.
Sie hatten als Kinder einen tollen Winter , weiße Weihnacht, viel Schnee, Schneeballschlachten und einen Sommer, der zwar warm aber erträglich war.
Manches geschieht aus Fürsorge und manches aus Bequemlichkeit.
Plastikspielzeug, welches sich gewünscht wird, wird gekauft.
Bei McDonalds wird ab und zu gegessen, weil es ja schmeckt.

Doch damit erfüllen wir zwar die (vielleicht nicht ganz so wichtigen Wünsche) von uns und unseren Kindern, aber die Folgen blenden viele aus.
Wir unterstützen mit solchen Käufen, dass solche Dinge, die der Umwelt schaden, weiterhin produziert werden.

Was haben unsere Kinder?
Eine reine Matschlandschaft zu Weihnachten und Sommer die zwischen 15 und 45 Grad schwanken. Kinderzimmer voller Spielzeug, die wissenschaftlich belegt sogar Mikroplastik in ihre Körper überträgt.

Unsere Kinder und deren Kinder sollen keine Angst haben, dass sie viel zu früh sterben, weil wir Erwachsenen versagt haben. Weil wir immer mehr und mehr wollten und immer mehr konsumiert und zerstört haben.
Unser System besteht darin, dass wir Menschen immer besser werden, aber würden wir darauf hinarbeiten , dass wir besser werden, dann läge die Welt jetzt nicht in den Händen der Kinder.

„Opa ist jetzt an einem besseren Ort.“

Ich möchte, dass die Welt zu diesem besseren Ort wird. Und nicht der Tod.
Doch was müssen wir machen, damit unsere Welt zu diesem besseren Ort wird?

Aufhören mit rauchen, trinken und Streit.

Anfangen mit Liebe, Mut, Toleranz

Jeder kanns, aber viele haben Angst sie verpassen was

Kaas – Wunderschöne Welt (Ausschnitt aus Lied)

Uns ist oft gar nicht bewusst, wie viel wir verbrauchen. Auch mir nicht.
Wir leben in einer Welt, in der „lieber zu viel als zu wenig“ gepriesen wird.
Und , natürlich mag das in einigen Bereichen stimmen. Lieber zu viel zu Essen, als zu wenig. Aber, was passiert mit dem ‚zu viel‘ wenn’s nicht verbraucht wird? Wir sind eine Wegwerf-Gesellschaft. Damit möchte ich auf keinen Fall Verallgemeinern, denn es gibt viele viele Menschen, die eben darauf achten nicht zu viel zu konsumieren und vor allem nicht unbedacht einfach wegschmeißen.

Nicht nur unser extremes konsumieren stellt ein Problem dar, auch, dass wir so wenig mit der Umwelt „in Berührung“ kommen. Wir versuchen unseren Kindern respektvollen Umgang mit der Umwelt – meist geschieht das im Vorgarten oder sogar in den eigenen vier Wänden.

„… und es ist schwer vorstellbar, dass die nächste Generation sich um die Umwelt kümmert, wenn sie nicht wirklich Zeit darin verbracht hat.“

aline.eldhraun (Instagram)

Respektvoller Umgang mit der Umwelt fängt draußen an. In Wälder und auf Wiesen. Das mag jetzt wahrscheinlich absolut scheiße klingen (hat sie wirklich scheiße gesagt?!) , aber es ist so. Geht raus, schaut euch um. Was könnt ihr entdecken? Müll? JA! Haufenweise Müll. Sammelt ihn ein. (Hiermit meine ich nicht, dass ihr Müll einsammeln sollt und Zack! Ist die Welt wieder im Einklang und alles ist Tuttifrutti. Aber kleine Schritte sind besser als keine Schritte.) Zeigt euren Kindern nicht nur Zuhause was wo in welchen Mülleimer kommt. Zeigt vor allem, dass Müll nicht in die Natur gehört. Zeigt ihnen, wie viel schönes die Natur zu bieten hat und dass es ein viel besserer Ort ist als da wo der Opa aus dem Radio jetzt ist.