Wie verändert sich das Familienleben mit Hund?

Wie verändert sich das Familienleben mit Hund?

29. März 2017 7 Von Lisa

Im November letzten Jahres haben wir unseren Hund bekommen, warum und wieso und wie sich unser Familienleben mit Hund verändert hat, erzähle ich euch heute.

Ich wollte einen Wachhund

Ich hatte in meinem Leben eine Phase, bei denen ich fiese Panikattacken – oder fast – hatte. Wir wollten daher einen ‚Wachhund‘ haben. Einen Hund, der bellt, wenn jemand an unserer Tür ist oder so.

Aber auch so wollten wir schon immer einen Hund haben – ich wollte immer einen Akita Inu, doch diese Rasse ist in unserer Umgebung eher selten, jedenfalls Züchter gibt es hier meines Wissens kaum.
Es blieb dann noch Australien Sheperds, Schäferhunde, Border Collie, Labrador oder Husky. Unsere Favoriten unter den Hunderassen.

Wir haben jetzt von allem (naja fast) etwas und einen tollen Mischlingshund – das Muttertier ist ein Labrador-Münsterländer und das Vatertier ein Schäferhund-Husky.

Wir haben uns bewusst für einen Welpen entschieden – mir war es ein zu großes Risiko einen Hund aus dem Tierheim zu holen ohne die komplette Vorgeschichte zu wissen. Ich habe da sehr Sorge um meine Kinder gehabt und wollte daher einen Hund, der noch ‚keine‘ Vorgeschichte (vor allem was Kinder betrifft) hat.

Manche mögen darüber streiten und viele finden es sicherlich besser einen Hund aus dem Tierheim zu holen (und das finde ich super und iiiiirgendwann werden wir uns sicher auch einen noch holen) , aber das soll hier nicht Thema sein. Jede Familie hat ja ihre Gründe warum sie aus dem Tierheim oder beim Züchter sich einen Hund kauft.

Egal wofür ihr euch entscheidet – schaut wirklich genau ob der Hund zu euch passt, und das nicht vom Aussehen her, sondern vom Charakter. Schaut euch Züchter/Tierheim an, fragt nach der Sozialisierung, Vorgeschichte etc.

Wir wollten mehr raus

Ja auch das war ein weiterer Grund – durch den langen Winter waren wir zu extremen Couchpotatoes mutiert. (Wobei ich einen größeren Vitamin D Mangel habe, vielleicht solltet ihr euch auch (im Winter) dazu testen lassen, solltet ihr auch nicht so in die Puschen kommen)

Mein Ziel war es also, dass ich durch den Hund wieder mehr draußen bin.

Nach kurzer Zeit ging es bergab

Ein Welpe ist anstrengend – ja!
Dazu dann noch Kinder, Haushalt und alles andere , es ist echt anstrengend gewesen , die erste Zeit.

Nachts aufstehen und den Hund rauslassen, über Tag manches Mal Pipi vom Boden wischen und dann hier und da toben.

Ich bin irgendwann am Stock gelaufen – unser Hund war direkt nach ein-zwei Tagen Stubenrein, doch er war nicht ausgelastet. Er hat unglaublich viel Power – er tobt und will immer und immer mehr.

Er hörte am Anfang super und dann nahm auch das ab. Ich wollte nicht mehr mit ihm raus, ich war so frustriert, dass ich es mit dem Hunde halten nicht auf die Reihe bekam.

Gut gemeinte Ratschläge sind nicht immer gut

Mir hat man sehr oft gesagt „Der muss mehr ausgelastet werden. Mehr toben, mehr laufen…“

Doch was ich nicht wusste: Ein Welpe braucht zwischen 20-22 Stunden Schlaf/Ruhephasen!

What?! Das kann doch nicht stimmen!

Doch, es ist tatsächlich so. Vor allem die aufgedrehten Hunde müssen aktiv lernen sich zu entspannen und mal ’nichts‘ zu machen.
Meine Hundetrainerin erklärte es mir so:

„Je mehr ich einen Hund auslaste, desto mehr braucht und fordert er das. Er kann gar nicht mehr abschalten und zur Ruhe kommen.“

So gesehen wie ein Hund auf Drogen – er braucht immer mehr ‚Stoff‘ um sein Energielevel hoch zu halten.

Als ich das gesagt bekommen habe, hat es bei mir klick gemacht – mein Hund war so aufgedreht, weil ich immer mehr und immer länger und weiter gemacht habe. Er hatte keine Ruhephasen , bzw nicht so lange wie er nötig hätte.

Familienleben mit Hund

Nach ein paar Tagen ohne großartiges Spielen kam er zur Ruhe. Wir alle kamen wieder zur Ruhe.

Was ist wirklich wichtig?

Wenn ich mit meinem Hund draußen bin ist vor allem eines wichtig: der Rückruf.

Ich habe meinen Futterbeutel voller Leckerli und rufe ihn immer wieder zu mir und belohne ihn sehr viel. Denn die Bindung muss natürlich erstmal gestärkt werden – zum einen durch viel Kuscheln, Belohnung , neue Wege erkunden, Spielen etc..

Ich habe meinem Hund aber auch die anderen ‚Standard Kommandos‘ wie Sitz und Platz beigebracht.
Auch ein Hund sollte Mental beschäftigt werden, das können vor allem größere Kinder wunderbar machen. Aber auch kleinere Kinder können z.B. den Hund für vollbrachte Leistungen loben und belohnen.

Was verändert sich im Familienleben mit Hund?

In meiner Familie hat sich nicht sooo viel verändert.

Natürlich müssen wir jetzt immer mal anders planen – „Kann der Hund mit in den Urlaub?“, „Darf der Hund mit in den Freizeitpark“…
Aber ansonsten genießen wir es nun eine 5-Köpfige-Familie zu sein. 🙂

Durch das tolle Frühlingswetter sind wir den halben Tag draußen (ja, da bekommt der Hund wieder nicht genug Ruhe!) und auch sonst klappt alles gut.

Erstaunlicher Weise sind meine Kinder nicht sonderlich interessiert am Hund.
Hier und da wird mal gestreichelt und „Feiiiiiin!“ gesagt, aber das war es dann auch schon.
Sie sind meistens froh, wenn er nicht in ihrer Nähe ist oder sich halb auf sie legt. 😀

Doch natürlich hat sich an unserem Budget einiges geändert. Wir sind ‚froh‘, dass wir in einer Gegend wohnen, in der die Hundesteuer nicht sonderlich teuer ist – doch gerade in der Anfangszeit gibt es jede Menge zu besorgen – und wir haben durch Fehlkäufe oder kaputte Gegenstände immer noch nicht alles.

Mit Kindern musste ich schon immer jeden Tag saugen und wischen – jetzt mit haarendem Hund könnte ich alle halbe Stunde den Staubsauger anwerfen – der arme Kerl, der hat auch keinen Bock mehr auf die ganzen Haare. Auch einen guten Staubsauger sollte man sich zulegen, wenn man sich einen Hund kauft, der viel Fell verliert. 😉

Einer Familie – oder auch einer Einzelperson – empfehle ich aber definitiv eine Hundeschule oder einen Hundetrainer (von Trainieren statt Dominieren) , denn die erstellen einen genauen Trainingsplan, der zu deiner Familie passt.

Und nochmal : ja, es ist anstrengend, wie sicherlich vieles im Leben. Doch ein Hund bereichert das Leben ungemein. Aber: du brauchst Zeit, Geduld, starke Nerven und viele viele viele Leckerlis. 😉