Spielplätze – Traumhaft oder wahrgewordener Albtraum?

Lara von dreamingtoday hat zur Blogparade aufgerufen – und da ich die letzten Tage zusammen mit meinen Kindern auf den Spielplatz in der Stadt gehe, wollte ich einfach mal mitmachen.

Gibt es hier überhaupt Kinder?!

Wie gesagt waren wir die letzten Tage immer mal für ein bis zwei Stunden auf dem Spielplatz – doch eines hat gefehlt: Kinder.

Außer meinen Kindern und mir war es absolut leer. Kinder? Nirgends.
Es sind vormittags alle Kinder in den Kindergärten und Nachmittags wohl zu kaputt oder anderweitig beschäftigt.

Mich stört es in soweit nicht, da es somit auch kein Konfliktpotenzial gibt – ja, ich bin ehrlich froh, wenn nicht ganz so viele Kinder auf einem Haufen sind und jeder „Meins!“ schreit und ich schlichten muss und andere Eltern zum teilen zwingen wollen.

Doch andererseits macht es mich natürlich auch traurig, dass die kleinen Kinder im zarten Alter von 2-5 Jahren einen vollen Terminplaner haben – oder jedenfalls ihre Eltern. So bleibt auch keine Chance darauf, dass meine Kinder mal außerhalb von ‚geplanten‘ Spielegruppen auf andere Kinder treffen (außer Kinder aus der Familie).

Hier gibt es zu wenig Spielplätze!

In meinem Dorf gibt es keinerlei Spielplätze – gut, jetzt laufe ich also knappe 45-60 Minuten zum nächsten Spielplatz. Und auch der ist eigentlich eine bittere Enttäuschung aus Eltern-Augen – es gibt eine Rutsche, eine Schaukel, ein Wippdingsbums und ein riesen Katzenklo aka Sandkasten.

Meinen Kindern reicht das völlig aus – noch. Denn die Kleine ist am Schaukeln noch nicht sonderlich interessiert, doch was passiert, wenn sie es mal ist? Dann können die beiden sich abwechseln und dass sowas in ihrem Alter völlig absurd und die Vorstellungskraft des Kindes weit überschreitet ist wohl klar.

Wir haben also Glück, dass bisher keine Kinder dort anzutreffen waren, denn dann hätten sich die Kinder über den winzigen Spielplatz gestritten. Das ist nicht nur fürchterlich anstrengend, sondern eigentlich auch vermeidbar, würde die Stadt ein bisschen mehr Geld für öffentliche Spielplätze investieren, anstatt für neue Straßenschilder, oder sonstiges.

Gibt es überhaupt einen guten Spielplatz in der Nähe?

Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Es kommt natürlich drauf an, was man sich vorstellt.
In meiner Nähe gibt es noch einen mit einem großen Schiff, einer Rutsche etc – doch das wären dann sicher zwei Stunden , die wir unterwegs wären , nur für einen Spielplatz.

Die Spielplätze die ich kenne, die sind leider alle sehr ungepflegt – soll heißen, dass viel Müll rumliegt, kaum Spielgeräte dort sind und alles auf minimalistischem Raum als wolle man damit schon ausdrücken “ Eigentlich wollen wir hier keinen Spielplatz, aber es haben sich Eltern beschwert.“.

Als ich noch keine Kinder hatte, da hat mich so ein Spielplatz gar nicht interessiert. Doch seit ich selbst Kinder habe und gelegentlich auf Spielplätze mit ihnen gehe, hat sich der Blick für diese Welt wieder etwas geändert.

Es scheint, als wären Kinder , welche ein freies Spiel, oder halt Spiel auf dem Spielplatz, haben, gar nicht erwünscht. Es wird nichts erneuert und nur so etwas gebaut, sodass vielleicht zwei – drei Kinder spielen können.

Ich würde mir also für meine Kinder und andere Kinder, welche noch die Freizeit für so etwas haben, wünschen, dass mehr Gelder in Projekte wie kleine Spieleparadise wandern.

Habt ihr einen tollen Spielplatz in der Nähe und habt Lust darüber zu schreiben? Dann macht doch gerne bei Laras Blogparade mit!

 

7 Kommentare

  1. Liebe Lisa, also in der Nähe haben wir auch keinen „richtigen“ Spielplatz wo man mal „eben“ hingehen könnte. Ähnlich wie bei dir müsste man da schon eine weitere Strecke gehen. Aber wie du schon sagst, die Nachfrage ist nicht besonders groß. Die meisten, die einen Garten habe stellen sich da ihre Spielgerät rein und fertig. Wir haben keinen Garten bei unserer Mietwohnung dabei, sind aber gerade in der Planungsphase eines Gemeinschafts-Grundstücks mit Spielgeräten und Feuerstelle zusammen mit 4 Familien. Allerdings kommen wir da auch nur mit dem Auto hin. Ansonsten gibt es schon schöne Spielpätze in der Umgebung, auch mit Seilbahnen und anderen nicht so typischen Spielgeräten. Wenn da mehrere Kinder sind muss man halt lernen auf ein Spielgerät zu warten. Beim Sandspielzeug bin ich eigentlich relativ locker: So lange es rumliegt und nicht benutzt wird, wieso sollen dann nicht die anderen Kinder damit spielen? Wenn jemand daneben sitzt und es eindeutig zugeordnet werden kann, kann man ja fragen. Und wenn jemand nicht Teilen will, dann ist das halt so 😀 . Was ich allerdings noch viel toller finde als Spielplätze: Einfach in den Wald gehen: Die Kinder spielen mit Stöcken und sind glücklich. Sie holen sich vielleicht genauso viele Splitter wie auf einem heruntergekommenen Spielpatz – but that’s life. Liebe Grüße, Ella

  2. Pingback: Aufruf zur Blogparade: Spielplätze - Traumhaft oder wahrgewordener Albtraum? -

  3. Danke für deinen Beitrag!
    Mir geht es teilweise ähnlich, ich finde es irgendwie am anstrengensten sich mit den anderen Eltern zu arrangieren. Aber mittlerweile mache ich es wie Ella es in ihrem Kommentar schrieb. Kann man niemanden fragen, ob man die Schaufel nehmen darf, wird sie genommen.

    Ich glaube Spielplätze werden sehr oft einfach von der Stadt oder Gemeinde vergessen… Vielleicht auch, wenn keine Nachfrage besteht. Ich glaube nicht mal, dass viele Kinder volle Terminkalender haben. Viele hängen bestimmt nur zu Hause rum. (Trifft natürlich nicht auf alle zu.)
    Ich habe da keine Ahnung, aber vielleicht lohnt es sich mal bei Stadt zu melden und zu fragen, wann der Sand im Katzenklo 😉 das letzte Mal gewechselt wurde. Oder setz die Lokalzeitung darauf an. 😉 Denn öffentlich wollen alle ja als kinderfreundlich darstehen.

    Liebe Grüße,
    Lara

  4. Also die Kölner gehen viel und gerne auf Spielplätze. Auch wenn die Spielplätze nicht immer optimal sind. Ich schrieb ja schon, dass so mancher gute Spielplatz bisweilen überfüllt ist. Allerdings habe ich selten Probleme mit dem „Ausleihen“ von Sandspielzeug erlebt. Die Sprechanfänger haben beinahe Narrenfreiheit. Fragen, ob man mal was leihen kann, wird zwar vorgelebt, aber es ist kaum eine Mama oder ein Kind wirklich sauer, wenn ein anderes Kind das Spielzeug einfach nimmt.
    Hier muss man seine Sachen am besten Beschriften, dann finden sie ihren Weg wieder zurück. Und ansonsten fehlt halt mal ein Förmchen oder man hat ein neues gewonnen, wenn sich kein Eigentümer meldet.
    Da bin ich sehr froh, dass das hier sehr entspannt zu geht.

  5. Ich glaube auch, wie Beatrice, dass das eher ein „ländliches Problem“ ist und ganz ehrlich: ich beneide dich darum! Hier sind die Spielplätze (alle!) so brechend voll, dass man an richtig sonnigen Tagen keinen Fuß an den Boden bekommt. Ätzend! Wir haben also quasi „Glück“ nicht in die Kita zu gehen, denn so können wir vormittags nämlich auch mal auf den Spielplätzen sein, die komplett leer sind und an denen man nicht anstehen muss um mal schaukeln oder rutschen zu können. Mein Bubba bleibt bei so manchem Spielplatz-Besuch gut und gerne 45 Minuten auf der Schaukel sitzen, damit kein anderer sie nimmt und er dann nämlich den ganzen Nachmittag nie wieder die Chance hat zu schaukeln, weil sie immer nach 5 Sekunden wieder besetzt ist… Für uns, mit der ständigen Tendenz für jeden „scheiss“ zu überreizen ist das total unglücklich. Deswegen verziehen wir uns an den Nachmittagen öfter in den Wald oder in unseren Garten. Wo zumindest keiner ist. Denn das ist schwer, in der Großstadt überhaupt mal irgendwo alleine, in Ruhe und ohne drohende Konflikte zu sein 🙁

  6. Ich bin so froh in einer Stadt zu leben, die wirklich, wirklich für Familien sorgt. Das macht sich nicht nur bei Spielplätzen bemerkbar.
    Ich kann von meiner Wohnung aus fußläufig innerhalb von 15min mindestens 7 gute bis hervorragende Spielplätze erreichen. Mit dem Rad im gleichen Zeitraum vermutlich 20. Der nächste ist 1min entfernt und erst 2014 erneuert worden.
    Es gibt eine Hotline, die man anrufen kann, wenn was kaputt ist und dann wird es auch repariert. Immer mal wieder sieht man jemanden, der mit Beutel und Zange bewaffnet sauber macht (kommt wohl noch öfter, aber man ist ja nicht immer da) und ich habe keine Probleme damit, mein Kind barfuß laufen zu lassen.
    Natürlich gibt es in „Ballungsräumen“ schon mal so etwas wie Überfüllung am großen Spielplatz, aber man könnte noch ausweichen auf kleinere.
    Hier ist es mit dem Sandspielzeug auch eine stillschweigende „Jeder darf“-Haltung.
    Nervig sind aber vor allem die Eltern (mütter meist) die hinter ihren Kindern herwetzen, alles regeln und regulieren. Und auch vor dem eigenen Kind nicht halt machen. Meiner klettert gut und gerne, aber immer wieder gibt es Mütter, die es nicht „mitansehen können“ und ihm helfen wollen oder gar runterheben. Da muss man schon energisch die Freiheit des Kindes verteidigen. Kommt aber zum Glück nicht oft vor 🙂

  7. Pingback: Spielplätze - was wir Eltern wirklich über sie denken -

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.