Wenn es einem nicht mehr gut geht.

1. Juli 2016 25 Von Lisa

Ich liege, wie jeden Abend , im Bett.
Die Kinder laufen rum , ich bin am Handy – wie den ganzen Tag.

Das geht nun schon seit einigen Wochen so.

Die meisten Tage verbringe ich auf dem Sofa , das Handy in der Hand. Abwesend und doch Anwesend.

Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten wie Essen kochen (oder zumindest drüber nachdenken was man kochen will) und Windeln wechseln fallen mir schwer. Bis ich mich dazu aufraffe vergehen wieder einige Stunden.

Ich sage immer , ich habe keine Zeit zum Schreiben, zum nähen und all das, was meine Arbeit so betrifft.

Doch – was mache ich denn? Ich sitze rum und mache nichts. Bin den ganzen Tag müde, schlaff, genervt und versuche zu überleben.

Ja – einige könnten jetzt sagen „Das liegt am Stillen“ , nein, ich stille unglaublich gerne. Das verlangt keine körperliche Kraft. Wenn ich daran denke, dass ich aufstehen müsste um Fläschchen zu zubereiten – Schwerstarbeit , so stelle ich mir das jetzt vor.

Ich lächle meiner Tochter zu – muss gleichzeitig die Tränen wegdrücken, die ich nicht zeigen möchte.

Mir geht es nicht gut. Schon lange nicht.

Kommentare wie

“ Das liegt am Wetter, das liegt am Stillen“ – ich kann es nicht mehr hören.
Es kann die Sonne den ganzen Tag scheinen und ich möchte nichts machen.

Somit verbringen wir auch an schönen Tagen die Zeit drin.

Wieso schreibe ich das?

Ich habe den Beitrag von Frau Raufuss gelesen , auf Twitter nach postpartalen Depressionen gefragt .

Vielleicht möchte ich es einfach niederschreiben – reden kann ich darüber nicht. Das Gefühl nicht verstanden zu werden kommt schon vorher hoch.

Vielleicht geht es mir bald besser. Vielleicht auch schlechter.

Wer weiß das schon..

Vielleicht versteht ihr nun , warum es hier zur Zeit ruhiger zu geht.
„Ich habe keine Zeit“, steht vielleicht einfach für „ich habe keine Kraft, mir geht es nicht gut“.

Es tut mir Leid für all die, die sich von mir gerne öfter einen Post wünschen – ich kann es zur Zeit nicht.