Kinder manipulieren nicht!

Manipulieren

So eben schaute ich ein Video an, wo es um einen „Erziehungstipp“ ging – ja, alleine der Titel hätte mich schon abschrecken lassen sollen, doch ich war neugierig.
Und wieder war es wie ein Faustschlag ins Gesicht.
Mütter lästern im Internet über ihre Kinder ab.
Manchmal glaube ich, dass sich einige gar nicht selbst hören – aber was einige da sagen, da muss ich echt schon schlucken.

Jedem das seine – aber mal ehrlich, gut und schön, wer Videos macht oder auch einen Blog betreibt etc, aber dann doch bitte nicht auf Kosten der Kinder indem über sie hergezogen wird.

Eigenes Bett VS Familienbett

Nun ging es im besagten Video um einen zwei jährigen (Hier bitte eine ganz laute Betonung auf ZWEI!) – es wurde gesagt, dass der kleine Junge ein Spiel mit seinen Eltern treibt.

Nicht etwa am Abend, dass er noch spielen möchte – nene, das wäre ja zu einfach. Ich schüttele beim Schreiben die ganze Zeit den Kopf, ich kann es gar nicht fassen, was ich da gehört habe.

Dieser kleine Junge schläft im eigenen Bett nicht durch (warum das auch gar nicht muss , könnt ihr hier lesen.) und wacht Nachts auf und möchte bei seinen Eltern schlafen.
Erst war es um 5 Uhr und dann immer früher – nun wurde behauptet, dass dies sein Spiel war. Ein Spiel? Ein zwei jähriges Kind kann doch noch nicht mal die Uhr lesen!

Ein Kind welches die Eltern maßlos manipuliert um die Sicherheit und Nähe zu bekommen, die es gerade einfach braucht – alleine der Satz zeigt doch, dass es keine Manipulation ist, sondern ein Bedürfnis, oder?

Manipulieren
Familienbett

Kann ein Kind manipulieren?

Natürlich kann ein Kind manipulieren – aber dazu muss es ein Alter erreicht haben, wo es auch kognitiv dazu in der Lage ist! Man kann also davon ausgehen, das Babys und auch Kleinkinder nicht manipulieren.

Und selbst wenn es dazu in der Lage wäre : ist es schlimm, wenn mein Kind die Nähe von mir möchte? Kann ich meinem Kind es übel nehmen, dass es die gleiche Nähe haben möchte wie z.B. der Papa (wenn denn einer da ist)? Wenn ich meinem Kind das übel nehme, dann sollte ich anfangen mich zu hinterfragen warum ich damit ein Problem habe.

Jeder Mensch möchte die Nähe eines anderen geliebten Menschen spüren – wozu muss dann ein Kind, welches nach der Nähe verlangt, lernen, dass es diese Nähe nicht bekommt? Ganz ehrlich, ich finde es einfach Gefühlskalt. Ein Kind muss sich für einige Bedürfnisse ganz hinten anstellen , dabei sind diese Bedürfnisse doch so einfach zu befriedigen.

Diese Gesellschaft in der wir leben macht uns zu empathielosen und gefühlskalten Menschen. Es wird nur noch darauf geachtet was andere machen – dem Strom folgen tun die meisten. 

Die Bedürfnisse meines Kindes sind wichtiger

Wichtiger als die Meinung der Gesellschaft. Wichtiger als die Meinung von vermeintlichen Freunden, die darauf achten, was andere von ihnen halten.

Ich habe das Gefühl, dass es nur noch um Reichtum und Ansehen geht und nicht mehr um die Bedürfnisse der Menschen und vor allem die der Kinder.

Jeder möchte glücklich sein, den Partner für’s Leben finden und fernab des gesellschaftlichen Drucks leben. Und trotzdem macht jeder jeden nach. Auf Kosten der kleinen Kinderseelen – auf Kosten der Bedürfnisse eines Kindes, eines Menschen.

Das alles kann sich nur ändern, wenn man sich selbst ändert. Wenn man diesen Druck hinter sich lässt und wirklich das tut, was man selbst und das Kind braucht. 

Man kann der Gesellschaft nicht die Schuld dafür geben, dass man so oder so gehandelt hat – dafür ist man selbst verantwortlich, man kann es anders machen!

Zuletzt noch ein Appell, danach ist dann auch Schluss.

Geht auf die Bedürfnisse eurer Kindern ein – jeder möchte Bedürfnisse erfüllt bekommen und viele kann man nur durch jemand anderen erfüllt bekommen.

Es tut niemandem weh , wenn das Kind im Bett der Eltern schläft – gut, der ein oder andere Fuß im Gesicht kann schon mal weh tun. 😉

Traut euch – nehmt euch den Druck raus.

 

11 Kommentare

  1. Ganz im Ernst, ich genieße das Familienbett genauso wie mein Kleiner. Was ist schöner als bei Bedarf einfach kuscheln zu können?!
    Schön geschrieben – vor allem mir aus dem Herzen geschrieben. Danke!

  2. „Jeder Mensch möchte die Nähe eines anderen geliebten Menschen spüren – wozu muss dann ein Kind, welches nach der Nähe verlangt, lernen, dass es diese Nähe nicht bekommt?“

    Super Absatz! Den Satz müsste man immer und immer wieder denen antworten, die darauf bestehen, dass ihr Kind alleine schlafen (lernen) muss.

    Das Video ist nicht mehr zu sehen, dein Beitrag hat also gewirkt. (Ging ja auch ein bisschen viral.)

    1. Ja, habe ich auch schon mitbekommen – der Beitrag wurde auch sehr oft geteilt , ich hoffe, dass sich einige festgefahrenen (Gesellschafts-)Meinungen endlich mal ändern . 🙂

  3. Hallo,

    vielen Dank für den Beitrag. Mir schwillt auch regelmäßig der Kamm, wenn ich so manche bescheuerten Videos entdecke, in denen Leute meinen, sie müssten sich über ihre Kinder auslassen. Mir fallen dabei immer 100.000 Kommentare ein, die ich darunter setzen möchte… Aber ich kommentiere sie nicht, um ihnen nicht zu zusätzlicher Verbreitung zu verhelfen.

    Deine Ansichten in diesem Beitrag, wie auch in anderen, die du so schreibst, sind immer wieder angenehm, weil authentisch und nicht basierend auf irgendwelchen Pseudo-Ratgebern oder anderem Mist. Behalte dir die Energie, diesen Blog weiterzuführen. Bitte!

    Liebe Grüße
    Sebastian

    1. Ja, ich sehe auch so viele Videos und gestern war’s zu viel. Video wurde gelöscht / auf Privat gestellt. Ich habe es extra nicht im Beitrag erwähnt, weil ich nicht hetzen wollte. Kam wohl trotzdem raus und diese Mutter denkt vielleicht nochmal drüber nach was sie da macht. Hat trotzdem noch Videos, die sind meines Erachtens e ht unterste Gürtellinie.

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Der tut meiner Seele wirklich gut ❤
      Liebe Grüße,
      Lisa

    1. Dankeschön 🙂 meine Große wird jetzt ja zwei und schläft noch bei mir. Ich genieße diese Zeit solange wie es geht. Irgendwann wohnt sie nicht mehr hier

  4. Danke für den tollen Text.
    Ich finde es auch immer wieder erschreckend, wie oft Erwachsene (ihren) Kindern böse Absicht unterstellen. Kringel war knapp 7 Monate alt, als wir bei den Schwiegereltern zum Essen waren. Er warf begeistert seinen Beißring vom Hochstuhl auf den Boden, wieder und wieder. Die Schwiegertante sagte vom anderen Ende des Tisches plötzlich „Jetzt ist aber Schluss, du tanzt deiner Mutter ja auf der Nase rum, nochmal bekommst du den Beißring nicht zurück.“
    Bitte was!?
    Ich habe ihr dann laut und deutlich gesagt, dass er niemandem „auf der Nase herumtanzt“, sondern erforscht, wie das ist, wenn etwas fällt. Wie laut, wie schnell, ob das jedes Mal so ist. Natürlich haben wir munter weiter gemacht. Und alle anderen am Tisch haben gar nichts mehr gesagt. Ist auch besser, bei so viel Blödheit… 😉

    1. Oh nein, so was geht gar nicht. Hauptsache Kinder kriegen, aber sich mit dem Thema Kindheit etc irgendwie nicht auseinander setzen.. hmm. Und dann sind die Kinder Schuld 🙁

      Finde deine Reaktion super!

  5. 2 Jährige manipulieren tatsächlich nicht. Die probieren allenfalls aus was passiert wenn sie so oder so agieren und merken sich das dann die Reaktion.
    Das Thema Familienbett war für mich, bevor ich Kinder hatte auch ein Tabu. Dann kamen die Kinder und die „Glucke“ in mir kam auf. Hier wird immer so geschlafen, wie es für alle passt. Derzeit haben wir ein Familienbett und ich persönlich mag es sehr gern. Die Kinder natürlich auch. 😀
    Das Einzige was ich nicht möchte, ist die Kinder stundenlang in den Schlaf begleiten müssen. Ich brauche den Abend für mich um Energie zu tanken. Sonst ist mein Akku komplett leer und dann kann ich den Bedürfnissen der Kinder auch nicht mehr gerecht werden. Aber da die Kinder einen kleinen Altersabstand haben und sich schon immer ein Zimmer teilten, sind sie auch nie allein und schlafen auch ohne meine Anwesenheit gut ein.
    Erste Manipulationsversuche macht übrigens mein 5 jähriger Sohn. 😀 Da fängt das an. Aber man durchschaut das als Mama ja und da muss ich oft schmunzeln und er wundert sich.

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