Windelfrei | meine Anfängertipps

29. Februar 2016 5 Von Lisa

Als meine Große Tochter etwa zehn Monate alt war und einen ständigen Windeldermatitis hatte , habe ich begonnen mich über Stoffwindeln zu informieren , welche zu bestellen und letzten Endes auch zu nutzen. Ich war in dieser Zeit schwanger mit meiner kleinen Tochter und über die Stoffwindelgruppen, denen man beitritt – ja, man tritt allen Gruppen bei, bei einer neuen ‚Sucht‘ – habe ich von Windelfrei erfahren.

Windelfrei? – Dann macht das Baby doch über all hin!

Ein Baby MUSS doch eine Windel tragen – macht doch jeder so, oder nicht?

Nein, auch ein Neugeborenes möchte sein ‚Nest‘ (in diesem Fall der Arm der Mutter, das Bett, die Krabbeldecke oder oder oder.) nicht beschmutzen und vor allen Dingen möchte es selbst nicht in seinen Ausscheidungen liegen – diese kann übrigens auch ein Neugeborenes wunderbar kontrollieren und signalisieren.

Es liegt nun an uns Eltern auf diese Signale zu achten und einzugehen – aber
wie sehen solche Signale aus?

Es kennt doch fast jedes Elternteil – das Baby schreit oder meckert und man wechselt die Windel und in diesem Moment fängt das Baby an , sich zu entleeren.

Schreien, meckern oder auch einfach unruhiges Vehalten deuten oft darauf hin, dass das Baby abgehalten werden möchte.

Meine Tochter hat z.B. abends beim einschlafstillen immer wieder angedockt, sich in und hergewälzt und ich wusste einfach nicht was los war.

Ich hielt sie über einem einfachen Eimer ab und sie verrichtete ihr Geschäft und war sichtlich erleichtert
– hatte ich es ja schließlich erst nach circa zehn Minuten realisiert, dass sie mal musste.

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Oft höre ich :

Nein, also , das ist mir zu viel Arbeit / ist mir zu kompliziert/ die Zeit habe ich nicht.“

Da stellt sich mir natürlich die Frage, wie es dann sein kann, dass man den lieben langen Tag Zeit hat mit dem absolut niedlichen und kuschelbedürftigen Baby kuscheln und spielen kann und auch die Zeit findet, um die Windel zu wechseln und ja – geht man als Erwachsener nicht auch zur Toilette und entleert sich ?

Natürlich benötigt es anfangs Zeit um die Signale zu deuten – einige sind so eindeutig , da kann man gar nichts ‚falsch‘ machen.

Und es geht auch gar nicht darum, dass das Baby/Kind keine Windel trägt – es geht darum ein weiteres Bedürfnis zu stillen und diesem Menschen, der sich selbst noch nicht auf die Toilette setzen kann, zu helfen. – kein Mensch möchte in seinen Ausscheidungen liegen/sitzen und ein Mensch ist ‚von Natur aus‘ sehr reinlich.

Und es ist auch nicht schlimm wenn man nicht jedes Signal richtig deutet und es immer sieht – ja, wie oft ist die Windel nass und bemerkt es gar nicht? So oft! Aber für jedes erfolgreiche abhalten wird das Baby dankbar sein!

Sein Ausscheidungsbedürfnis wird nicht ignoriert sondern wahrgenommen und auch später , sobald es mobil ist, wird es selbstständig (und früher als Wickelkinder) auf das Töpfchen oder die Toilette gehen.

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Folgende (Anfänger-) Tipps habe ich nun für euch:

– beobachtet euer Baby , haltet es ab, sobald Ihr denkt , dass es abgehalten werden möchte – es kann einige Zeit dauern bis etwas kommt (kennt denke ich jeder 😉 ) dieses Beobachten geht natürlich super in der Wochenbettzeit.

– ihr braucht keine teuren Sachen für Windelfrei bzw zum abhalten kaufen – ein einfaches Töpfchen, Eimer oder sonstiges reicht vollkommen .

– lässt Euer Baby öfters ohne Windel liegen – Eure Sinne sind geschärft und Ihr nehmt die Signale besser wahr und könnt dementsprechend besser/schneller handeln

– Splitpants erleichtern das Abhalten (unterwegs)

– in einem Tragetuch verrichten die Babys das Geschäft nur, wenn die Signale ignoriert werden – sie zeigen es sehr deutlich und werden gerne unausstehlich 😀

Ich hoffe diese Tipps helfen Euch und ermutigen Euch diesen Schritt zum Windelfrei zu wagen.

Und denkt immer dran – wollt Ihr in die Hose machen, oder hättet Ihr lieber jemanden bei Euch, der Euch zur Toilette bringt? 😉