Selbstbestimmtes Schlafen – geht das?

29. Januar 2016 5 Von Lisa

Wenn ich jemandem erzähle , dass meine Tochter selbst entscheiden kann wann sie schlafen möchte, dann gucken mich immer sehr verwirrte , sprachlose und fassungslose Augen an.

Ein Kind kann es noch nicht entscheiden.

Ein Kind braucht Routinen.

Ein Kind braucht feste Schlafenszeiten.

Zu Anfang erstmal die Frage: wieso braucht ein Kind das alles?

Kann ein Kind sonst nicht überleben?

Wird es sonst niemals schlafen?

Ein Kind wird schlafen – wenn es müde ist! Sei es im Bett oder dort wo es vor zwei Minuten noch lautstark gespielt hat.

Ich kann ja irgendwo und irgendwie verstehen, dass viele Eltern eine Routine haben wollen – gerade die Berufstätigen Eltern , die einfach nicht die Zeit (und vielleicht auch Lust) haben, ihr Kind selbst entscheiden lassen zu wollen ( klar, an manchen Tagen gehen sie auch später zu Bett und man ist selber einfach müde).

Wieso wollen wir , dass unser Kind um 18/19 Uhr im Bett ist? 


Wir wollen den Tag Revue passieren lassen und entspannen – eventuell einen Film schauen oder unserem Hobby nachgehen – oder auch einfach Zeit mit dem Partner verbringen.

Es ist also alles nachvollziehbar.

Aber ein Kind ist nicht jeden Tag um die selbe Uhrzeit müde – kennen wir ja auch von uns, das ist nichts anderes.

Und nein, das Kind wird nicht erst um 2 Uhr morgens ins Bett gehen!


Ich frage meine Tochter ob sie müde ist und sie mit ins Bett kommen möchte
 – die Kleine geht so ca um 18 Uhr ins Bett, daher bin ich ab dann im Schlafzimmer.

Ob sie mitkommt, sich dazulegt oder doch noch etwas spielen möchte – ihre Entscheidung!

Sie kann noch nicht sagen „Mama, ich bin müde“ – nein, sie kann noch nichts dergleichen sagen – außer Mama, und das kann sie gut – den ganzen Tag.

Sie kommt zum Bettrand und möchte, dass ich ihr auf das Bett helfe – oder sie klettert von alleine.

Legt sich auf ihre Seite, albert eventuell nochmal rum und schläft dann ganz plötzlich ein.

Toll ist das! Und alles so harmonisch! 

Natürlich erwische ich mich oft dabei, dass ich genervt bin, wenn sie um 20/21 Uhr noch wach ist und ich aber Hundemüde bin – aber sie zum schlafen zwingen kommt nicht in Frage – es wäre noch stressiger und bis sie dann aus Resignation einschläft, bin ich sicher wieder putzmunterwas hat mir das also dann gebracht? 

Oft musste ich mir anhören, dass ich es wohl nur „einfach“ haben möchte und das ich schon sehen werde , wie meine Kinder das „ausnutzen“ werden.

Aber wieso sollte ich ihnen das Vertrauen heute nicht aufbringen , für Sachen , die eventuell in zehn Jahren passieren könnten?

Das wäre ja so, als ob ich ihnen verbieten würde, den Führerschein zu machen, da es ja sein kann, dass sie Jahre später einen Autounfall haben könnten. (Ja, etwas übertrieben, aber es ist doch an sich die selbe Aussage )

Man muss seinem Kind Vertrauen schenken können – es ist schwer, aber es sollte uns doch am einfachsten fallen, einem Menschen, der von uns abstammt , zu vertrauen.

Im übrigen hat meine große Tochter um 18 Uhr entschieden, sich mit uns ins Bett zu legen und ist um 18:30 eingeschlafen – ja, selbstbestimmt ist eben nicht „ausnutzen“ und „auf der Nase rumtanzen“ , es ist Vertrauen , seine persönliche Grenze kennen lernen und selbstständig werden.

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